„Du Ungläubiger“: Religiöse Beschimpfungen an einigen deutschen Schulen gang und gäbe


Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat eine gemeinsame Initiative verschiedener Glaubensgemeinschaften angestoßen, um religiöse Toleranz an Schulen zu verbessern. (Foto: Flickr/ DoDEA students learn the science behind the magic by U.S. Army Corps of Engineers Europe District CC BY 2.0)
Religiöse Konflikte lassen auch Kinder und Jugendliche in den Schulen nicht kalt. Antisemitische Beleidigungen will Baden-Württembergs Kultusminister Stoch nicht länger hinnehmen. Ob eine Initiative verschiedener Glaubensgemeinschaften den Durchbruch bringt?


Deutsch Türkische Nachrichten

Ausdrücke wie «Du Jude», «Du Christ» und «Du Ungläubiger» werden heute als Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen gebraucht. Internationale Auseinandersetzungen spiegeln sich in Konflikten zwischen Schülern verschiedener Glaubensrichtungen wider. Der krasse Fall einer Neu-Ulmer Grundschule, in der die Polizei wegen islamistischer Parolen eingriff, ist aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, nur die Spitze des Eisbergs. Religiöse Differenzen seien nicht an allen 42 000 Schulen in Deutschland gang und gäbe. «Die Probleme haben wir, wo die Deutschen in der absoluten Minderheit sind», sagt Kraus.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt eine Erklärung für ein friedvolles Miteinander an Schulen, die am Mittwoch Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sowie Vertreter der christlichen Kirchen, der Israelitischen Religionsgemeinschaft, des Zentrums für Islamische Theologie und der Alevitischen Gemeinde unterschreiben. Stoch versteht das als Signal an Schulen und Gesellschaft: «Wir wollen weltoffene Schulen, in denen Kinder mit unterschiedlichem Glauben friedlich zusammen leben und lernen können.»

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