Durch Wohlstand nimmt die Kirchenbindung ab


Der Religionssoziologe Detlef Pollack sieht in einigen Ländern ökonomische Interessen als Grund für religiöses Interesse Foto: Brigitte Heeke, Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster
An die eigene Religionszugehörigkeit ist in vielen Ländern die Hoffnung auf Wohlstand verbunden. Ist dieser Wohlstand in einem Land erreicht, nimmt die Bindung an Kirchen wieder ab. Das schreibt der Religions- und Kultursoziologe Detlef Pollack in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).


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Seit der Nachkriegszeit hätten die beiden großen Kirchen in Deutschland das Image von autoritären Institutionen, von der sich ein auf Autonomie und Selbstverwirklichung achtender Bürger zu emanzipieren hatte, schreibt Pollack. „Viele halten die Kirchen für unglaubwürdig und kündigen ihnen das Vertrauen auf.“ Dennoch bedeute das nicht ein Schwinden der Religiosität oder der Spiritualität.

Pollack, der seit 2008 Professor für Religionssoziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist, sieht eine Rückkehr zu Religion außerhalb der Kirchen, jedoch keinen Rückgang der Spiritualität. „Das Christentum ist weithin akzeptiert, aber was ein Großteil der Bevölkerung nicht möchte, ist, dass es sich absolut setzt, dass es sich als den einzigen und letztgültigen Wert darstellt“, sagte Pollack dazu im Interview mit dem Christlichen Medienmagazin pro (6/2013).

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