Organspende: Bundesärztekammer verschärft Regeln zur Hirntod-Feststellung


Flatline, Bild: kimberleebourdon
  • Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Verschärfung der Regeln zur Feststellung des Hirntods genehmigt.
  • In Zukunft muss zwingend einer der beiden Mediziner, die den Hirntod vor einer Organentnahme feststellen, Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein.
  • Kritiker bemängeln, die neuen Regeln gäben Ärzten und Krankenhäusern weiterhin zu viel Spielraum bei der Einhaltung von Standards. Sie fordern nachweisbare Zusatzqualifikationen für die diagnostizierenden Ärzte.


Christina Berndt|Süddeutsche.de

Die Regeln für die Feststellung des Hirntods werden strenger. Das Bundesgesundheitsministerium hat das vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer (BÄK) erarbeitete neue Regelwerk für die Diagnose des Hirntods vor Kurzem genehmigt. Die neue Richtlinie, die der SZ bereits vorliegt, muss nun nur noch im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht werden, um Gültigkeit zu erhalten.

Mit dieser Neufassung werden die Anforderungen an Ärzte, die den Hirntod feststellen dürfen, erheblich strenger. Einer der zwei Ärzte, die dafür erforderlich sind, muss künftig ein Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein. Die alte Richtlinie aus dem Jahr 1997 hatte lediglich „eine mehrjährige Erfahrung in der Intensivbehandlung von Patienten mit schweren Hirnschädigungen“ verlangt.

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