Wieso gilt Sexualität oft als Sünde?


Bild. Frankfurter Rundschau
Besonders im Christentum wurde der Leib als triebhaft, unvernünftig und anfällig für die Sünde betrachtet. Religiöse Sexualmoral bloß milde zu belächeln, ist allerdings gefährlich.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum viele Religionen so strenge Regeln für die Sexualität haben? Nun, das hat viel mit der Geschichte vom Sündenfall und einer Trennung zwischen Körper und Geist zu tun.

Besonders im Christentum gilt der Geist, die Seele als Ort des Glaubens. Er ist der wertvolle Teil des Menschen, der in Kontakt mit Gott treten kann. Der Leib hingegen wird als triebhaft, unvernünftig und anfällig für die Sünde beschrieben. Aus diesem Grunde hält man klare Verhaltensregeln für notwendig. Diese betreffen auch die Sexualität.

Christliche Kirchenväter wie Paulus und Augustinus waren hier besonders streng. Leidenschaftliche Sexualität bedeutet ja einen gewissen Kontrollverlust der Vernunft. Deshalb sahen Paulus und Augustinus darin eine Herrschaft des Leibes über den Körper, ja sogar ein Werk des Teufels. (Im Zeitalter der Hexenverfolgung glaubte man daran, dass der Teufel bevorzugt den Geschlechtsakt nutzte, um von der Seele eines Menschen Besitz zu ergreifen: Teufelsbuhlschaft.)

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Ein Gedanke zu “Wieso gilt Sexualität oft als Sünde?

  1. Augustinus von Hippo (354-430 n.C.) phantasiert die katholische Verdammnis-, Sünden- und Sitten-Lehre mit Erbsünde, Heiligem Geist, gerechtem Krieg und Antisemitismus. Dunkelheit und Böses sind Gegenpole zu Licht und Gutem in Gottes Natur. Die Zeit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existiert nicht im elenden Diesseits, einzig im Geist auf dem Weg zu Gottes ewiger Glorie gibt es Zeit. Die Sünder braten ewig in der Hölle, das Fegefeuer reinigt nicht. Der freie Wille existiert nicht, sündhaft sind Sex und Ehe; Bildung und Wissen sind nur nutzlose Eitelkeiten als Verführung des Satans auf dem Weg in Gottes wunderbares Paradies.

    Nach dem Propheten Saulus rettet Yahwe im Tanach nur die Juden, welche jüdische Gesetze achten. Außerhalb von Judäa und Samaria kennt die Gesetze keiner, die 4.000 lästigen Juden Roms werden 50 n.C. nach Sardinien deportiert. Tertullian, Irinäus von Lyon und Chrysostomos verwursten um 180 n.C. den Juden Saulus mit Simon Magus zum Apostel Paulus, für den Gott Yahwe seine Meinung ändert und plötzlich solche Nichtjuden rettet, die eifrig beten. Dazu kooperiert Saulus in Rom mit Clemens von Rom, nur war letzter bei der Gefangennahme von Saulus um 57 n.C. in Caesarea nur 7 Jahre alt. Der fiktive Apostel Petrus wird 33 n.C. Bischof von Jerusalem, als Simon Petrus ist er ausserdem 2.ter und 3.ter Bischof von Antiochia. Bischof Irinäus von Lyon übersieht das 180 n.C. in seiner 1.ten Bischofsliste.

    Der Paulus-Kult beginnt 120 Jahre später als religiöser Endzeit Wahn und gipfelt in der Sünden-, Sitten- und Verdammnis-Lehre des Augustinus von Hippo. Die Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existiert im elenden Diesseits nicht, einzig im Geist von Gottes Glorie existiert die Zeit. Papst Clemens VIII (1478-1534 n.C.) schreibt alle unechten Paulus-Briefe in der Dogmatik der Inquisition neu und reduziert damit Paulus Texte zu Fälschungen wie die „Hitler Tagebücher“.

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