Allein unter Antisemiten


Mit dem Jüdischsein offen umgehen: für Lehrerinnen und Lehrer an Schulen hierzulande keine Selbstverständlichkeit. (picture-alliance / dpa / Britta Pedersen)
Antijüdische Beleidigungen: An Schulen mit hohem Migrantenanteil gehören sie zum Umgangston. Viele Lehrer hören bei den Beschimpfungen weg, doch einige der Pädagogen können sie nicht einfach ignorieren – weil sie jüdisch sind.


Von Jens Rosbach|Deutschlandradio Kultur

Typische Entgleisungen von türkisch- und arabischstämmigen Schülern in einem Berliner Problemkiez:

„Also ich, ich kann überhaupt keine Juden leiden; egal, ob sie nett sind oder nicht nett sind; die sind einfach dreckig irgendwie.“ / „Ihnen gehört Marlboro, diese ganzen Zigaretten. Ihnen gehört McDonalds, den Juden gehört fast alles.“ / „Wenn ein Jude unsere Schule betritt, er wird dann, glaub ich, kaputtgeschlagen oder so; ich würde ihn auch kaputtschlagen. (Lacht) Juden sind Schwänze!“ / „Ganz ehrlich – ich fick alle Juden! (Lachen)“

Pädagogen wissen: In Schulen mit einem hohem Migrantenanteil ist das Wort „Jude“ mittlerweile ein gängiges Schimpfwort. Das bekommt auch Jael, eine jüdische Lehrerin aus Norddeutschland, täglich zu hören. Die 43-Jährige, die anonym bleiben möchte, unterrichtet an einer Gesamtschule:

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