Jerusalem ist eine zunehmend gespaltene Stadt


The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Israel-Kenner: Der Staat Israel verstehe Jerusalem als eine wiedervereinigte Stadt, „aber das ist sie nicht“, sondern der Nahost-Konflikt überlagere das Verhältnis der Religionen


kath.net

Jerusalem ist nach Ansicht eines Israel-Experten eine zunehmend gespaltene Stadt. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern überlagere alles, auch das Verhältnis zwischen Juden, Muslimen und Christen, sagte der ehemalige Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Michael Mertes, im Deutschlandfunk (Köln). Der Staat Israel verstehe Jerusalem als eine wiedervereinigte Stadt – „aber das ist sie nicht“, so Mertes, der von 2011 bis 2014 dort tätig war. Sein Herz schlage für die arabischen Christen im Heiligen Land, auch wenn sie eine Minderheit von nur zwei Prozent der Bevölkerung stellten. Diese Menschen leben nach Ansicht von Mertes „zwischen Baum und Borke“: „Von ihren muslimisch-arabischen Mitmenschen werden sie gesehen als Vorposten des Westens; von den jüdischen Israelis werden sie als Araber und damit als Gegner gesehen.“ Es wäre ein großer Verlust für das Heilige Land, wenn diese Menschen langsam verschwänden, so Mertes. Er habe einige kennengelernt, die bewusst nicht ausgewandert seien, aber sie fragten sich, ob ihre Kinder dort noch eine Zukunft hätten.

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