Pappa: Katholiken brauchen keine eigene Partei


Bild bearb. BB
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Für eine angemessene Vertretung katholischer Interessen in der Politik ist nach Ansicht von Papst Franziskus keine eigene Partei nötig. „Das ist nicht der Weg“, sagte er im Vatikan vor Mitgliedern einer geistlichen Gemeinschaft aus Italien. Die Kirche sei die Gemeinschaft von Christen, die zu Gott beteten, seinem Sohn folgten und das Geschenk des Heiligen Geistes erhielten, aber „keine politische Partei“, so der Papst bei der Begegnung weiter. Gleichwohl müssten sich Katholiken politisch engagieren.


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Als Beispiele für vorbildliche Katholiken in der Politik nannte Franziskus den früheren italienischen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi (1881-1954) und den früheren französischen Ministerpräsidenten, Außenminister und ersten Präsidenten des Europaparlaments, Robert Schuman (1886-1963). Beide zeigten, dass man auch als Politiker heilig werden könne, so der Papst. Er verwies darauf, dass für Schuman, einer zentralen Figur für die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg, das Seligsprechungsverfahren eröffnet sei.

In Italien hat der politische Katholizismus seit der Auflösung der christlich-demokratischen Democrazia Cristiana 1993, die das politische Leben nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich prägte, kaum noch Bedeutung.