Der „wohl im letzten Moment vereitelten Terroranschlag in Hessen“


Oslo 22.07.2011. Themenbild
Oslo 22.07.2011. Themenbild
Die kritische Distanz im Journalismus schwindet, die FAZ hat erneut dafür ein peinliches Exempel statuiert


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Mitunter könnte einen der Verdacht beschleichen, dass angesichts der Nöte der Bundesregierung bis hinauf zur Kanzlerin angesichts immer neuer Enthüllungen über die Arbeit des BND und des Kuschelns mit der NSA, ein Fall höchster terroristischer Bedrohung gerade recht käme. Die Festnahme des türkischstämmigen Paars in Oberursel war Donnerstagnacht vor dem Internationalen Radrennen „Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn“ festgenommen worden, weil die Polizei vermutete, dass womöglich ein Anschlag wie in Boston auf die Marathonläufer geplant gewesen sein könnte.

Das Radrennen wurde trotz der Festnahme abgesagt, einige hundert Radfahrer ließen es sich trotzdem nicht nehmen, am 1. Mai demonstrativ die Räder zu besteigen. Die Geste richtete sich gegen mögliche Islamisten, dass man sich nicht vor Angst zurückzieht, aber auch gegen die Behörden, die möglicherweise mit dem Verbot – nicht mit der Festnahme – überreagiert haben.

Das LKA Hessen teilte am 1. Mai mit, dass „die hessische Polizei mit der Unterstützung des BKA und anderer Sicherheitsbehörden weiter mit hoher Intensität und Sorgfalt an der Klärung der Hintergründe und der Motivation für den geplanten Anschlag“ arbeite und suggerierte damit auch erneut, dass ein Anschlag auf das Radrennen geplant gewesen sei. Allerdings erklärte die Polizei bereits zur Festnahme: „Ein geplantes mögliches Anschlagsziel ist derzeit nicht bekannt.“ Daran scheint sich auch nichts geändert zu haben.

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