Echte Schauergeschichten statt Game of Thrones


Bild: wikimedia.org/PD
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Gerne würden Professoren ihren Jura-Studenten, die statt des Faches lieber über triviale Schauer-Märchen diskutieren, ihnen diese Gedanken austreiben. Martin Rath schlägt vor, den Studenten die Schauergeschichte von der Guillotine am Rande von Strafrechtsvorlesungen zu erzählen, um die Studenten wenigstens mit den philosophischen Aspekten der historischen Tötungsmaschine zu erhellen.


Von Martin Rath|Legal Tribune Online

Es war in einer offenbar langweiligen Strafrechtsvorlesung, irgendwann gegen Ende der 1990er Jahre: Der anerkannt altliberale Strafrechtsprofessor mühte sich redlich, die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang zwischen Tötungsdelikten und dem Allgemeinen Teil des Strafgesetzbuchs zu lenken. Die jungen Damen und Herren in den mittleren Rängen der Massenvorlesung unterhielten sich über das damals aktuelle Produkt der US-Populärkultur: „Buffy – Im Bann der Dämonen“.

Seither sind ganze Wellen an Grusel- und Gräuel-Serien durch die Medien und vermutlich auch durch die schwatzhaften Reihen der Hörsäle gelaufen. Zurzeit könnten es wohl Vampir-Märchen „True Blood“, die Zombies der „Walking dead“ und natürlich besonders der Serien-Hit „Game of Thrones“ sein, in dem die Protagonisten um ein Herz ärmer oder einen Kopf kürzer gemacht werden.

Diese Vorliebe für die trivialen Zubereitungen einer makabren Welt von Geistern und Untoten mag man zunächst als Anzeichen dafür nehmen, dass der finstere Humor, der in unserer alteuropäischen Rechtsgeschichte kaum zu knapp vorhanden ist, in Vergessenheit gerät. Eine kunsthistorische Studie zur Bildgeschichte eines einst beliebten Instruments des modernen Strafvollzugs erinnert nunmehr daran.

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