Jean Ziegler: „Papst sollte die Reichtümer der Kirche den Armen geben“


Bild bearb. BB
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Jean Ziegler, wortgewandter Schweizer Globalisierungskritiker, ruft dazu auf, die Ungerechtigkeit der Welt nicht länger hinzunehmen.


Von Markus Schramek|Tiroler Tageszeitung Online

Jean Ziegler ist eine schillernde Figur und Stachel im Fleisch der Mächtigen. Der 81-jährige Schweizer hat sich als Gegner der Globalisierung einen Namen gemacht. Er prangert die Ausbeutung armer Länder durch Großkonzerne und willfährige Politiker an. Die TT hat den Vielbeschäftigten telefonisch in seiner Heimatstadt Genf erreicht. Dort sitzt er auf gepackten Koffern. Demnächst ist Ziegler wieder für die UNO in New York in Sachen Menschenrechte aktiv.

Herr Ziegler, in Ihrem neuen Buch rufen Sie dazu auf, die Welt zu ändern. Überfordern Sie Ihre Leser damit nicht?

Jean Ziegler: Ich glaube nicht. Wir haben es alle in der Hand, mit den Mitteln, die uns die Verfassung einräumt, die Welt radikal zu ändern. Wir leben in einer Weltdiktatur der multinationalen Konzerne. Die 500 größten von ihnen verfügen über fast 53 Prozent aller Reichtümer, die in einem Jahr produziert werden. Das heißt, einige wenige leben auf Kosten von vielen Armen in den 122 Entwicklungsländern.

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