Junge Amerikaner trauen Medien nicht


Das Institut für Politik der Harvard University hat in einer Umfrage die Einstellung der jungen Menschen von 18-29 Jahren zu den Medien eruiert. Danach wäre die Einschätzung als „Lügenpresse“, wie hierzulande manche Kreise vornehmlich aus der rechten und ausländerfeindlichen Ecke ihnen nicht gefällige Medien titulieren, noch geradezu ein Lob. Die amerikanischen jungen Menschen sind zutiefst skeptisch.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Seit 15 Jahren werden von dem Institut die jungen Menschen über ihre politischen Haltungen befragt, wozu auch das Verhältnis zu den Medien gehört. Für die aktuelle Umfrage wurden 3.034 18-29-Jährige zwischen dem 18. März und dem 1. April befragt.

Nur 12 Prozent glauben, die Medien verdienen Vertrauen, weil sie das Richtige tun, 39 Prozent sagen hingegen, sie würden das niemals tun. Und nur 2 Prozent unter den 12 Prozent äußern ein natürlich auch weltfremdes Vertrauen in die Medien, dass sie immer das Richtige machen würden. Damit rangieren die Medien, wenn es denn überhaupt Sinn macht, solche pauschalen Einstellungen als sinnvoll zu erachten, ganz unten und noch hinter dem Kongress (17%) und der Wall Street (14%). 49 Prozent schenken den lokalen Polizeibehörden Vertrauen, mehr als der Bundesregierung (25%), den Vereinten Nationen oder dem Präsidenten (beide 37%) oder dem Obersten Gericht (42%). 56 Prozent haben Vertrauen in Wissenschaftler, die mit dem Militär (53%) ganz oben stehen.

Mag sein, dass deswegen 57 Prozent auch dafür wären, Bodentruppen zu schicken, um den Islamischen Staat zu bekämpfen. Offenbar steigt die Bereitschaft dafür, dass sich die USA stärker im Ausland engagieren. 35 Prozent sind dafür, dass die USA bei der Lösung internationaler Konflikte die Führung übernehmen soll, 10 Prozent als letztes Jahr. 61 Prozent wären dafür, dass die USA dies anderen Länder oder den Vereinten Nationen überlassen sollen, 13 Prozent weniger als 2014. Und 23 Prozent meinen, dass es manchmal notwendig sei, „potienziell feindliche Staaten anzugreifen, anstatt zu warten, bis man angegriffen wird, um zu reagieren“. Das sind 7 Prozent mehr als 2014, allerdings waren 2013 25 Prozent dieser Meinung.

Das Ansehen der Wissenschaftler schlägt sich darin nieder, dass 75 Prozent davon ausgehen, dass die Klimaerwärmung eine Tatsache ist, die überwiegend (55%) oder teilweise (20%) von Menschen verursacht wird. Nur 23 Prozent hängt der von Republikanern starke gemacht Skepsis an und sagt, die Klimaerwärmung sei noch nicht bewiesen.

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