„Natchez Burning“: Der Ku-Klux-Klan ist niemals tot


HaperCollinsPublishers
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US-Autor Greg Iles porträtiert in seinem Thriller „Natchez Burning“ ein rassistisches Amerika. Es ist der Auftakt zu einer Trilogie – durchaus spannend, aber nicht der ganz große Wurf.


Von Peter Huber|Die Presse

Eines kann man Thrillerautor Greg Iles nicht absprechen: ambitioniert zu sein. Wie anders soll man es nennen, wenn ein Autor 1000 Seiten füllt, um seinen Lesern – verpackt als spannende Geschichte – den Rassismus in den 1960er-Jahren in den USA näherzubringen? Noch dazu mit der Ankündigung, dass „Natchez Burning“ bloß der erste Teil einer Trilogie sein soll.

Iles‘ Botschaft ist klar: „Die Vergangenheit ist niemals tot. Sie ist nicht einmal vergangen“, zitiert Iles, der selbst in Natchez, Mississippi, lebt, gleich am Anfang William Faulkner. Im Nachwort erklärt er: „Inspiration für viele der hier erörterten Fälle waren ungeklärte, rassistisch motivierte Morde, die in den Sechzigerjahren in der Gemeinde Concordia, Louisiana, und in Südwestmississippi begangen wurden. Bis heute hat es nach diesen schrecklichen Verbrechen nur eine einzige Verurteilung gegeben.“

Die Handlung von „Natchez Burning“ setzt in den von alltäglichem Rassismus geprägten 1960er-Jahren ein, spielt die größte Zeit aber im Jahr 2005. Im Zentrum der Geschichte steht Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, dessen Vater im Verdacht steht, eine schwarze Krankenschwester getötet zu haben. Schon bald wird Penn klar, dass er seinem Vater nur dann helfen kann, wenn er beginnt, in der Vergangenheit zu wühlen, die bis in die Gegenwart nachwirkt. Denn ein geheimer Ku-Klux-Klan-Ableger – die sogenannten Doppeladler – hat nichts an Bedrohlichkeit verloren.

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