Religiöse Vielfalt Religion und Freiheit – zwei Welten begegnen sich


Kann die Welt liberal, gelassen und konstruktiv mit religiöser Vielfalt leben? (picture alliance / dpa / Karl Thomas)
In knapp zwei Dritteln aller Staaten wird die Religionsfreiheit missachtet. Tendenz steigend. Das besagt ein Bericht der beiden christlichen Kirchen in Deutschland: Fast täglich gibt es Nachrichten über Gewalttaten im Namen der Religion.


Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

„Jede Religion hat fundamentalistische Strömungen. Ich verstehe unter Fundamentalismus vor allem die Bemühung, einer pluralen Welt mit sehr vielfältigen Herausforderungen zu entgehen und zu einer eindeutigen Stellungnahme zurückzufinden. Unter Ausblendung all der anderen Herausforderungen der Religionen, der Kultur, der Welt, der Fragen unserer Zeit.“

Drangsaliert, verschleppt, umgebracht

Religiöse Fanatiker, die offenbar nicht damit leben können, dass ihre Mitmenschen einen anderen Glauben haben: Dieses Phänomen scheint zuzunehmen. Der Münchner Dogmatiker Peter Neuner beschäftigt sich damit seit vielen Jahren. Die Freiheit der anderen wird eingeschränkt, sie werden drangsaliert, verschleppt, umgebracht. Dabei galt lange die These von der Säkularisierung: Vom Rückzug der Religion in einer zunehmend aufgeklärten Welt.

„Die gesamte Tendenz eines Säkularismus ist ja eine europäische Angelegenheit. Weltweit ist die Ausnahme Europa. Insgesamt sind die Religionen in einer expandierenden Bewegung. In Ostasien auf jeden Fall – China, Korea. Ähnlich die Situation in den USA, wo man auch von Säkularisierung in gar keiner Weise sprechen kann.“

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