Arbeitsrecht in der katholischen Kirche: Grauzonen der Doppelmoral


Bild: fis-kirchenrecht.de
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Einem Oberarzt wird gekündigt, weil er erneut heiratet, eine Hort-Leiterin wird wegen ihrer lesbischen Lebenspartnerschaft vor die Tür gesetzt. Nun hat die katholische Kirche ihr Arbeitsrecht endlich liberalisiert. Doch damit wird die Willkür nicht abgeschafft.


Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Die katholische Kirche liberalisiert ihr Arbeitsrecht, endlich, nach Jahren der inneren Debatte, nach Jahren des Drängens vieler kirchlicher Beschäftigten, nach Jahren, in denen dieses Arbeitsrecht die Kirche viel öffentliches Ansehen gekostet hat. Wer bei der Kirche arbeitet und nach einer Scheidung wieder heiratet, wer schwul ist oder lesbisch und eine Lebenspartnerschaft eingeht, der muss nur noch in Ausnahmefällen die Entlassung fürchten, wenn der Fall in besonderer Weise ein Ärgernis darstellt oder den Frieden in der Dienststelle gefährdet. Wo das Ärgernis beginnt, sagen die Bischöfe nicht: Beim Schuft, der Ex-Frau und Kinder um den Unterhalt prellt? Bei dem, der auf dem Christopher-Street-Day eine flammende Rede für mehr Promiskuität hält?

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