Raif Badawi: „Nur der Zuspruch aus aller Welt gibt ihm Hoffnung“


Der Blogger Badawi hat sich gegen die Übermacht religiöser Autoritäten und für die Trennung von Religion und Staat ausgesprochen. (AFP / Tobias Schwarz)
1000 Stockschläge, zehn Jahre Gefängnis, Geldzahlung: Das war die Strafe für den Blogger Raif Badawi, der im Internet mehr religiöse Freiheit in Saudi-Arabien gefordert hatte. Seine Frau Ensaf Haidar kämpft aus dem kanadischen Exil für seine Freilassung.


Von Sabine Rossi|Deutschlandradio Kultur

Jeden Donnerstag steigt die Angst stärker als an anderen Wochentagen in Ensaf Haidar auf, denn am Freitag könnte es wieder so weit sein. Dann könnte ihr Mann, Raif Badawi, wieder öffentlich ausgepeitscht werden. Vor einem Jahr hat ihn ein Gericht zu 1000 Stockschlägen, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Weil er im Internet seine Meinung geschrieben hatte, weil er den Blog „Saudische Liberale“ gegründet hatte.

Im Januar bekam Raif Badawi die ersten 50 Schläge. Im Internet kursiert ein verwackeltes Video: Aufrecht steht Raif Badawi vor einer Moschee in der saudischen Stadt Jeddah. Die Menschenmasse klatscht und jubelt, bei jedem Schlag, der ihn trifft. Seitdem wurde die Strafe ausgesetzt – aus gesundheitlichen Gründen, wie es offiziell heißt. Ensaf Haidar ist die Einzige, die relativ regelmäßig Kontakt zu ihrem Mann ins Gefängnis hat.

„Raif spricht nicht über seine Gesundheit, über den Alltag im Gefängnis. Vielleicht, weil er nicht will, dass ich das weiß. An seiner Stimme höre ich, dass es ihm nicht gut geht, dass er erschöpft ist. Er leidet, weil er seine Kinder so lange nicht gesehen hat. Es gibt nichts, das ihm Hoffnung gibt. Außer der Zuspruch aus aller Welt.“

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1 Comment

  1. Ich kann jedem Europäer, der aus irgend einem Grund im Saudischen Gefängnis landet, nur tief bedauern. Wie im finstersten Mittelalter sind die Gefangenen angekettet auf Sandbióden. In der Ecke der Zelle ein Loch in der Erde für de Notdurft, an der Wand ein Wasserhahn mit tiefbrauner stinkender Brühe, die selbst den Gesündesten sofort killt. Essen gibt es nicht, man kann sich durch die Stäbe der Fenster hindurch etwas aus eiber Garkücke kaufen. Wer dazu kein Geld hat, der wird schlank bis zum Exitus, weil Mohammed es in seinem großem Plan genau so vorgesehen hat.

    Ich habe das persönlich 36 Stunden mit ezwa 45 Mitgefangenen genossen, als Nicht-Mensch war ich nicht einmal fähig meine eigene Entlassung aus dem Knast rechtsgülltg zu unterschreiben. Das kann nur der Araber mit sausdischer Nationalität, der Rest der Welt gilt ihm offiziell als lästiges Ungeziefer auf der Stufe wie Ratten, Schweine und Kakerlacken. Die können auch nicht schreiben

    Wer es nicht glaubt, der sollte einmal eine Audienz in einem Saudischen Ministerium erleben. Dagegen war das tiefen brutale Mittelalter eine liebenswerte sozialisitische Volkdemokratie – in der es keine demokratischen Rechte gibt

    Natürlich muss der Beitrag hier von jemanden begutachtet werden, der ein Saudisches Gefängnis nicht einmal buchstabieren kann. Das nennt man dann Pressefreiheit
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