Unvermögen oder salafistische Sabotage?


Mosaik vor und nach der Restaurierung. Bild heise.de
In der Türkei hat man antike Mosaiken so dilettantisch restauriert, dass der Fall jetzt untersucht wird
Mosaiken sind Bilder, die man aus verschiedenfarbigen Steinen klebt. Diese Kunst gelangte im Römischen Reich zu ihrer Blüte. Besonders eindrucksvolle Mosaiken sind auf dem Gebiet des ehemaligen Ostrom erhalten, das heute zum großen Teil zur Türkei gehört.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Wenn Mosaiken restauriert werden, gelingt das im Regelfall so perfekt, dass höchstens Experten einen Unterschied zu vorher erkennen. Bei zehn Mosaiken die unlängst in einem Museum im türkischen Antakya (dem biblischen Antiochien) restauriert wurden, ist das anders: Hier fällt der Unterschied selbst Laien sofort ins Auge, weil die Arbeiten so grotesk misslungen sind, dass man die Gesichter der Figuren teilweise kaum als solche erkennt.

Unter den Restaurierungsopfern befinden sich mit einem Bildnis des Narziss und einer Darstellung der Opferung Isaaks auch zwei relativ bekannte Kunstwerke. Den Fall öffentlich machte der Restaurator Mehmet Daşkapan, der eine Lokalzeitung informierte. Seiner Meinung nach wurden nicht nur in größerem Maßstab Steine an die falsche Stelle gesetzt – es sind offenbar auch welche verschwunden.

Nachdem die Berichte von überregionalen Medien aufgegriffen wurden, rief Mustafa Bozdemir, der stellvertretende Leiter der Abteilung für Museen im türkischen Kulturministerium, eine Untersuchungskommission ins Leben, die den Schaden aufklären soll. Diese Untersuchungskommission ordnete als ersten den Stopp aller weiteren Restaurierungsarbeiten an, damit nicht noch weitere Kunstwerke beschädigt oder zerstört werden.

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