Impfen gegen Masern schützt nicht nur vor Masern


Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Auch wer die Masern übersteht, ist danach noch besonders anfällig für andere Krankheitserreger. Diese Schwächephase zu verhindern kann Leben retten, rechnen Mediziner vor.


Von Jan Osterkamp|Spektrum.de

Die vor rund 50 Jahren eingeführte Impfung gegen Masern ist eine der größten Erfolgsgeschichten der modernen Medizin: Sie senkt die Kindersterblichkeit und Erkrankungsrate – und dies sogar über die Erwartungen hinaus. Denn tatsächlich zeigen Beobachtungen aus Masernepidemiegebieten, dass die gezielte Impfung gegen Masernviren nicht nur tödliche Masernfälle zurückdrängt, sondern die Zahl lebensbedrohlicher Infektionserkrankungen insgesamt. Diesen Effekt haben Biologen mit statistischen Methoden und epidemiologischen Daten untersucht. Ihre Erkenntnis: Der Impfstoff bremst die tödlichen Sekundärerkrankungen, die den Masern oft auf dem Fuß folgen können.

Dieser Effekt sei nicht zu unterschätzen, fassen Bryan Grenfell von der Princeton University und seine Kollegen zusammen. Aufschlussreich sei vor allem die Zahl, Schwere und Dauer von Infektionserkrankungen, die sich in von Masernausbrüchen stark betroffenen Gebieten ereignet haben. Gerade in reicheren Ländern nehmen sehr regelmäßig schwere, tödliche Infektionskrankheiten immer dann zu, wenn auch die Zahl der Masernfälle angestiegen ist – sei es saisonbedingt, sei es wegen eines mangelhaften Impfschutzes gegen die Masernviren oder wegen Impfmüdigkeit, wie sie etwa auch in Deutschland vorkommt.

weiterlesen