Kindesmisshandlung: Meine Mutter, die Sau


Bild: WAZ
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Nicht für jeden ist der Muttertag ein Feiertag – etwa für ein misshandeltes Kind. Einblick in eine Welt voller Hass auf die eigene Mutter.


Von Lars Langenau|Süddeutsche.de

Balthasar Müller* wächst mit mehreren Geschwistern unter ärmlichsten Verhältnissen auf. Seine Mutter ist extrem gewalttätig und misshandelt ihn bereits im Kindergartenalter. Die Gewaltexzesse haben sich tief in seine Seele eingebrannt. Sein Tagebuch wird zum Rettungsanker. Ein Auszug:

„Ich fühle mich schlecht. Warum? Schlecht fühlen, was ist das eigentlich? Dass mein Bauch mich drückt, dass ich nicht weiß, wohin mit meinen Gefühlen. Mir fehlt ein Gesprächspartner. Was fühle ich eigentlich?

Ich würde mich gerne bei jemandem ausweinen und weiß nicht, warum. Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, fällt mir diese Szene wieder ein, die mir zurzeit immer einfällt, wenn ich an meine Mutter denke.

Ich bin zehn oder elf Jahre alt. Es ist ein schöner Nachmittag und ich fahre mit meinem Fahrrad immer um den Häuserblock herum, als mich meine Mutter ruft und sagt, ich soll Mondamin einkaufen. Es ist Nachmittag und sie braucht das Zeug erst am nächsten Tag und ich rufe ihr zu: ‚Ich habe jetzt keine Lust‘, weil ich abends sowieso immer Milch holen muss, und fahre einfach weiter.

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