Christliche Theologie und Sexualität – unendliche Geschichte


Bild: katholisches.info
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Gute von schlechten Geheimnissen zu unterscheiden gehört zum Einmaleins der Präventionsarbeit mit Kindern. Ziel dabei ist, dass das Kind lernt Gefahren zu erkennen und darüber zu reden. Dunkles wird so ans Licht geholt und als Bedrohung entlarvt. Ernüchternd ist die Erfahrung, dass sich die Elite der Schweizer Sexualpädagogen – die sich am 13. März 2015 in Luzern zur wissenschaftlichen Tagung „Sexualaufklärung bei Kindern“ traf – selbst nicht an ihre Prinzipien hält.


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Die neoemanzipatorische Sexualpädagogik gibt vor, offen über Sexualität zu reden und so von allen Zwängen in der Sexualität zu befreien. Tatsache aber ist, dass die Fachleute um die Dachorganisation Sexuelle Gesundheit Schweiz das Feigenblatt einfach an andere Stellen verschoben haben. Das fängt schon mit der Darstellung der eigenen Geschichte an, wie eine sehr selektive Rückschau der Berner Historikerin Brigitte Ruckstuhl auf die Geschichte der „Sexualität des Kindes“ der letzten 200 Jahre zeigte.

Mit dem französischen Queer-Theoretiker Michel Foucault deutet Ruckstuhl das Sexualitäts-Verständnis einer Epoche als Abbild der jeweiligen sozialen Ordnung und Machtverhältnisse. Ruckstuhl konstatiert eine zunehmende Entleerung der Sexualität von einem objektiven Sinn sowie die Abnahme einer gesellschaftlichen Normierung zugunsten einer individuell-selbstbestimmten Beliebigkeit. Diese Geschichte der „Befreiung“, in der sich die Aushandlungsmoral als bisher neueste Form der Regulierung von Machtverhältnissen herausgebildet hat, sei aber noch nicht zu Ende. Der gesellschaftliche Diskurs über die Grenzen der sexuellen Selbstbestimmung des Kindes sei beispielsweise immer noch konflikthaft.

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