Russland hilft Athen, Weltkriegs-Forderungen gegen Deutschland durchzusetzen


Athen, Mai 1941, Wehrmachtssoldaten beim Hissen der Hakenkreuzflagge auf der Akropolis, Bundesarchiv, Bild 101I-165-0419-19A, Bauer
Die positive Reaktion von Bundespräsident Gauck auf die griechischen Reparationen wegen der Nazi-Verbrechen könnte für Deutschland teuer werden: Athen erhält in der Frage überraschend Rückendeckung von Moskau. Russland hat den Griechen angeboten, bisher ungenutzte Archive für die Erforschung der griechischen Ansprüche zu öffnen, um seine Forderungen zu belegen. Hat das Projekt Erfolg, könnten noch zahlreiche andere Staaten von Deutschland ebenfalls Entschädigungen verlangen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Erst vor wenigen Tagen sprach sich Bundespräsident Gauck für eine Entschädigung Griechenlands wegen der Naziverbrechen aus. „Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben – unter anderem in Griechenland, worüber wir beschämend lange wenig wussten“, sagte Gauck der Süddeutschen Zeitung. Es sei deshalb , „richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte.“ Gauck wandte sich damit gegen die Position der Bundesregierung, die jegliche Reparationenszahlungen bisher mit Verweis auf den Zwei-Plus-Vier-Vertrag ablehnt.

Der Bundespräsident wünschte sich zudem, dass die griechische Regierung hier etwas verbindlicher aufträte, als sie es bisweilen tut. „Dies scheint die Regierung in Athen beherzigt zu haben“. Der Vize-Verteidigungsminister Kostas Isichos stellte eine Anfrage an die russische Botschaft in Athen und bat um Mithilfe bei der historischen Aufarbeitung, wie Kathimerini berichtet. Die russische Botschaft stellte daraufhin eine Liste mit diversen – bisher ungenutzten – Archiven, Fotografien und Dokumenten zur Verfügung, die bei der Erforschung möglicher Reparationsansprüche aus dem Zweiten Weltkrieg behilflich sein sollen.

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