Türkischer Wissenschaftsminister: Muslime haben die Kugel-Form der Erde entdeckt


Das Konzept einer kugelförmigen Erde blieb bis zum 3. Jahrhundert vor Christus eine Angelegenheit der philosophischen Spekulation. (Foto: Flickr/ earth by Beth Scupham CC BY 2.0)
Nur kurz nach den vieldiskutierten Äußerungen des türkischen Präsidenten zur Entdeckung Amerikas, sorgt der türkische Wissenschaftsminister für Gesprächsstoff. Ihm zufolge seien muslimische Wissenschaftler vor rund 1200 Jahren die ersten gewesen, die die Erde als Kugel identifizierten.


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Wissenschaftsminister Fikri Işık äußerte seine Theorie anlässlich eines Empfangs für Unternehmensbosse in der zentralanatolischen Provinz Konya Ende November vergangenen Jahres. Ganz im Sinne der neuen Ausrichtung betonte er bei dieser Gelegenheit die Beiträge der islamischen Welt zur Wissenschaft im Laufe der Geschichte.

„Rund 700 bis 800 Jahre vor Galileo haben sich muslimische Wissenschaftler unter der Federführung von al-Khwarizmi im Auftrag des Kalifen Al-Ma’mun zusammengefunden und entdeckt, dass die Erde eine Kugel ist“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Minister. Eine Kopie des Originaldokuments befände sich Işık zufolge derzeit im Museum für Islamische Wissenschaft und Technologie in Istanbul.

Das Museum wurde von Fuat Sezgin, ein türkischer emeritierter Professor für arabisch-islamische Wissenschaft, gegründet. Auf diesen hatte sich kürzlich auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezogen. Im Zuge der internationalen Kritik auf seine Amerika-Thesen verwies dieser auf die Bücher des einstigen Wissenschaftlers vom Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (mehr hier). Demnach hätten muslimische Seefahrer im Jahr 1178 und damit  314 Jahre vor Kolumbus den amerikanischen Kontinent erreicht.

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1 Comment

  1. Der arme Irre. Sicher hat ihm Premier Erdogan etwas von seiner all-umfassenden Weisheit abgegeben. denn selber denken kann er nicht.
    Die Bibel-Fundis verteidigen verbissen die Erdenscheibe

    Für Religioten wie etwa Thales von Milet (624-545 v.C.), Anaximander von Milet (611-547 v.C.), Anaximenes (585-524 v.C.), Anaxagoras (499-428 v.C.), Leukipp (450-420 v.C.), Lucretius (97–55 v.C.), Lactanius (245–320 n.C.), Severian von Gabala (380-408 n.C.), Kyril von Jerusalem (313–368 n.C.), John Chrysostomos (347–407 n.C.), Kosmas Indikopleustes schwimmt die Erdenscheibe auf dem Urmeer unterm Firmament. Sonne, Mond und Sterne sind daran aufgehängt, die Wasser des Himmels darüber sind Regen. Engel halten an vier Ecken die Winde fest, von eine hohen Berg sieht man alle Königreiche der Erde. Die Universität Tübingen verdammt Johannes Keplers (1571-1630 n.C.) Heliozentrismus, für Johannes Calvin (1509–1564 n.C.) ist trotz Christoph Columbus (1451-1506 n.C.) die Erdenscheibe das Zentrum des Universums, die Irrlehre des Nicolaus Kopernikus ist gegen Gottes Ordnung.

    Yajnavalkya schreibt um 600 v.C. im Shatapatha Brahmana die Erde umkreist die Sonne als Zentrum aller Sphären. Seine Abstände von Sonne, Mond und Erde sind genau mit 365,24 Tagen/Jahr (siderisch 366,2564 Tage) sowie 13,405 Mondumläufen (12,37 Mondzyklen). Der Inder Aryabhata (476–550 n.C.) schlägt den Heliozentrismus vor. Indische Mathematiker nutzen gut 1500 Jahre vor den Mittelmeerkulturen die NULL auf der Zahlengeraden. Schon Pythagoras (570–510 v.C.), Aristarchos (310-230 v.C.) und Aristotle (384–322 v.C.) lehren den Heliozentrismus. Eratosthenes (276–194 v.C.) berechnet den Erdumfang zu 39.690 km, erstellt aus 6.000 für uns sichtbaren Sternen eine Liste mit 675 Positionen.

    Claudius Ptolemäus (180-100 v.C.) erklärt die Erde als rund, alle Körper fallen zur Erdmitte, der Erdschatten auf dem Mond zeigt eine runde Erde. Hipparchos von Nicäa (190-120 v.C.) berechnet die Planetenbahnen des antiken Weltbildes. Seine Armillarsphäre plus Chordentafel sind erhalten, sein Sternenkatalog mit 900 Positionen in Grundzüge überliefert. Er erkennt das Taumeln der Fixsterne relativ zur Erdachse alle 25.920 Jahre (Präzession), sein Abstand zum Mond beträgt 384.000 km. Heute kennt man etwa 219 Mill. Sonnen nur in unserer Milchstrasse.

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