„U are most welcome“ – Wie Uganda Flüchtinge aufnimmt


Foto: Simone Schlindwein. Flüchtlinge aus dem Sudsudan an der Grenze zu Uganda
Von Europa aus könnte man den Eindruck gewinnen, halb Afrika sei auf der Flucht über das Mittelmeer. Aber das stimmt nicht. Das eigentliche Flüchtlingsdrama findet in Afrika selbst statt. Bürgerkriege und Armut zwingen die Menschen, ihre Heimatländer zu verlassen. Uganda ist eines der Länder, in denen die Menschen Zuflucht finden.


Von Simone Schlindwein|evangelisch.de

Sie kommen nicht in Booten übers Mittelmeer, sondern zu Fuß oder auf den Laderampen zerbeulter Lastwagen über die Grenzen gefahren, mitsamt ihren Habseligkeiten: ein Bündel mit Kochgeschirr und Kleidern, ein halber Sack Hirsemehl, eine Matratze, eine Decke, ein Wasserkanister. Die meisten können nicht mehr schleppen oder hatten zu wenig Zeit zum Packen, als sie vor den Kämpfen aus ihren Häusern fliehen mussten.

Täglich überqueren unzählige Flüchtlinge aus dem umliegenden Bürgerkriegsländern und Krisengebieten die Grenzen, um im ostafrikanischen Land Uganda Schutz zu suchen, ein Land mit einer der liberalsten Einwanderungspolitiken weltweit. Über eine halbe Million Flüchtlinge leben in Uganda derzeit, so die Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Es sollen noch viel mehr werden: bis zu 700.000 bis zum Ende des Jahres, so die Schätzungen.

Sie stammen aus den umliegenden Krisenländern: aus dem Ostkongo, wo seit 20 Jahren Krieg herrscht; dem Südsudan, wo vor über einem Jahr die Kämpfe wieder ausgebrochen sind; aus Somalia wo die islamistische Al-Shabaab-Miliz Teile des Landes kontrolliert; oder aus Eritrea, wo ein Diktator die Jugendlichen in den lebenslangen Militärdienst zwingt und die Bevölkerung als Gefangene hält. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben keine Hoffnung, dass es in ihren Heimatländern bald besser wird. Sie fliehen mit all ihren Ersparnissen, um sich in Uganda ein neues Leben aufzubauen.

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