„Ich war das letzte Mal in Israel in einer Synagoge“


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Viele Israelis leben in Deutschland, allein in Berlin sind es Schätzungen zufolge 18.000 Menschen. Dort machen Israelis als Künstler von sich reden, komponieren, bieten koscheres Catering oder Hebräisch-Unterricht. Nur in jüdischen Gottesdiensten sind sie selten zu finden.


Von Gerald Beyrodt|Deutschlandfunk

Seit über 30 Jahren lebt die Hebräisch-Lehrerin Miriam Rosengarten in Deutschland, hat ihre beiden Kinder hier großgezogen. Doch die haben vom Judentum damals kaum etwas mitbekommen. Denn in eine Synagoge ging Miriam Rosengarten nicht.

„Die waren klein, als ich hierher kam. Der Sohn war zwei, die Tochter war acht, die haben kein Bar-Mitzwah gefeiert.“

Bei der Bar-Mitzwah-Zeremonie wird ein jüdischer Junge zum vollgültigen Gemeindemitglied. Wörtlich bedeutet Bar-Mitzwah: Sohn des Gebots. Mädchen werden Bat Mitzwa, Tochter des Gebots.

„Zu der Zeit dachte ich, ich brauche das gar nicht. Ich bin Jüdin, ich brauche keine Zeichen, ich brauche keine Synagoge, ich fühle mich so gut, als jüdisch, ich brauche gar nicht zu machen.“

So oder ähnlich denken viele Israelis in Deutschland – zum Beispiel der junge Komponist Gilad Hochman.

„Ehrlich gesagt, war ich das letzte Mal in Israel in einer Synagoge – vor ein paar Jahren. In Berlin habe ich noch nie eine besucht.“

Gilad Hochman liest durchaus gerne und häufig in der Bibel, komponiert sogar Musikstücke zu biblischen Themen. Doch er brauche keine Synagoge, sagt er. Andere Menschen könne er auch im Café treffen.

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