Rechtskatholizismus: Bin ich lechts oder rinks?


Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
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„Rechtskatholizismus” entwickelt sich zum innerkirchlichen Schimpfwort. Das ist genau so schädlich wie jede andere rechte oder linke Schublade.


Von Felix Honekamp|kath.net

Bislang kann man den Begriff des „rechten Glaubens” noch verwenden, vermutlich ist es aber nicht mehr lange hin, bis man sich aufgefordert sieht zu erläutern, dass damit keine politische Richtung sondern mit dem Begriff „recht” eine etwas ältere Form von „richtig” gemeint ist. Mit diesem Begriff wird man sich dann immer noch dem Vorwurf des Fundamentalismus ausgesetzt sehen … aber zumindest nicht dem, „rechts” zu sein. Für diesen Zusammenhang, rechtgläubig oder konservativ katholisch und politisch konservativ verortet zu sein, gibt es aber einen neuen Kampfbegriff, der sich vor allem durch seine Unschärfe auszeichnet: Der „Rechtskatholik”.

Der Begriff des Rechtskatholizismus bezeichnet in der Rückschau bereits Tendenzen im Kaiserreich, spätestens in der Weimarer Republik, die den Katholizismus im Schulterschluss mit den nationalistischen Rechten sehen wollten. Dass mit dem konservativen Katholizismus, der mit den Rechtskatholiken heute gemeint zu sein scheint, politisch kein Nationalismus, womöglich aber ein Patriotismus verbunden sein kann (nicht muss) ist kein Geheimnis. Da der Begriff „rechtskatholisch” aber zum Totschlagargument zu werden droht gegen alles, was nicht „liberalkatholisch” oder – im Kontrast zu dem Begriff – „linkskatholisch” ist, ist eine eindeutigere und aktuellere Abgrenzung notwendig.

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