Bedrohter Christ erhält Asyl in Deutschland


Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Der arabische Christ Simon stand vor der Abschiebung in die Heimat, wo ihm der Tod droht. Nun die Überraschung vor dem Verwaltungsgericht Augsburg: Die Ablehnung des Asylgesuchs wurde zurückgezogen.


Von Wolfgang Büscher|DIE WELT

Am Montag wurde vor dem Verwaltungsgericht Augsburg ein Fall verhandelt, über den die „Welt am Sonntag“ vor Kurzem ausführlich berichtete: Simon, ein junger Mann aus einem arabischen Land, wird Christ. Eigentlich trägt er einen typisch muslimischen Vornamen; Simon ist sein christlicher Taufname. Er stammt aus einer großen, auf der Arabischen Halbinsel bekannten muslimischen Familie, für die ein Abfall vom Islam nicht infrage kommt. Sie sieht sich dadurch entehrt. Erst gibt es Streit, dann folgen Taten.

Einer seiner Brüder zündet Simons Bett an, als er schläft. Ein andermal tauchen drei seiner Onkel bewaffnet bei ihm auf und drohen ihn zu erschießen. Simon sieht sein Leben in Gefahr, flieht über Umwege nach Deutschland und stellt einen Asylantrag. Der wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Ende 2014 abgelehnt: Seine Geschichte sei unglaubwürdig, das Land, aus dem er komme, toleriere Christen, er könne seinen Glauben, wenn es ihm denn damit überhaupt ernst sei, dort leben.

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