Irak: Der wiederkehrende Hass auf das Kulturerbe


IS-Anhänger zerstören antike Statuen in Mossul (Screenshot Propagandavideo „Islamischer Staat“)
Mit der Zerstörung irakischer Kulturstätten haben die IS-Fanatiker weltweit Entsetzen ausgelöst. Doch neu sind solche Taten nicht, meint der Architekturkritiker Klaus Englert. Die Bilderstürmerei habe eine unrühmliche Tradition – nicht nur im Islam.


Von Klaus Englert|Deutschlandradio Kultur

Es gibt viele Bilder des Schreckens aus dem irakischen Kriegsgebiet. Unter ihnen zeigen einige, wie islamistische Kämpfer die Kulturgeschichte ihre Heimat zerstören. Mit Bulldozern und Sprengstoff rücken sie gegen die Ruinenstätte Hatra vor, vandalisieren in Nimrud, brechen ins Antikenmuseum Mossul ein und verbrennen in der Bibliothek wertvolle Manuskripte und Bücher.

Die Täter wissen sehr gut, was derartiger Hass ausrichtet. Denn mit jeder antiken Skulptur, jedem Keilschrifttext, jeder Handschrift wird eine ganze Welt zerstört. Walter Benjamin schrieb 1940, als er auf der Flucht vor den Nationalsozialisten war, vom Triumphzug der Herrschenden. Die siegen nicht allein über die am Boden Liegenden, sie führen auch ihre Kulturgüter als Beute mit.

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3 Comments

  1. Erfüllt der IS Gottes Auftrag?

    Bischof Felix Genn, Bistum Münster, ermunterte im vergangenen April die Jugend zu einer Schau über den religiösen Tellerrand. Ein zeitweiliger Blick in die Bibel-App auf dem Smartphone erweitere die Gottesfürchtigkeit.

    Gesagt, getan. Der Zufallsgenerator öffnet 5. Mose 12,2. Dort steht eine unmissverständliche Verfügung Gottes: „Ihr sollt all die Stätten vollständig ausrotten, wo die Nationen, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben auf den hohen Bergen, auf den Hügeln und unter jedem grünen Baum. Und ihr sollt ihre Altäre niederreißen … und die Bilder ihrer Götter umhauen.“ Wohlgemerkt: ausweislich der Bibel sind das Gottes persönliche Worte. Wir reden nicht über Missverständnisse fehlgeleiteter Menschen.

    Plötzlich stellt sich die ungeheuerliche Frage: Wandelt der sog. Islamische Staat demzufolge auf Gottes Wegen, wenn sie derzeit uralte Kulturschätze mit Götterbezug vernichten? Na ja, vielleicht war es ja nur ein Übersetzungsfehler in der Bibel.

    Neuer Tag, neues Glück. Es öffnen sich Richter 3,7 und Richter 6,25. Demnach war Gott stinksauer, weil man einem Konkurrenten namens Baal huldigte. Also „…sprach der HERR zu ihm: … reiße den Altar des Baal … nieder und die Aschera, die dabeisteht, haue um!“

    Ups! Schon wieder?

    Jetzt wird es ernst. Benedikt XVI. spricht im Jugend-Katechismus YOUCAT deutlich aus, dass das Alte Testament das Neue Testament erfüllt und umgekehrt. Es sei ein Handlungsfluss ohne einen literarischen Schnitt. Demnach zählt Gottes Wort nicht erst ab Jesus.

    Zudem nähert man sich in der christlichen Kirche zunehmend dem Islam an, weil die Muslime und Christen de facto ein und denselben Gott haben; dieselben Propheten und dieselbe Geschichte. Sogar Jesus wird im Islam als Messias verehrt.

    Eine ungeheuerliche Logik tut sich auf: Erfüllt der Islamische Staat mit der Zerstörung alter Heiligtümer also doch Gottes Auftrag?

    Neuer Tag, neues Spiel. Na endlich! Ein Wort aus dem Neuen Testament, und zwar von Jesus selbst in Matthäus 10,32 ff.: „Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

    Oh nein. Ist das nicht eine Nötigung durch Drohung mit Gewalt? Wie der Vater, so der Sohn?

    Fazit: Für eine persönliche geistvolle Anbindung zu den/der/die oder das wahre GOTT im Universum brauche ich weder ein Handbuch noch mit Stolen behängte Agenten.

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    1. Im AT wird immer nur ausgerottet, was einer demütigen Huldigung eines nicht existenten Zombies widerspricht. Das sind keine mythisch zu interpretierende Texte, sondern exakte Handlungsanweisungen, die von Gehirn amputierten Betschwuchteln exakt befolgt werden

      Der Franziskaner Pater Srecko Peric ruft seine Brüder in Christo auf: „Kroatische Brüder, geht und schlachtet alle Serben ab. Wenn ihr damit fertig seid, kommt in die Kirche, damit kann ich euch die Beichte abnehmen und eure Sünden vergebe“.

      Papst Pius XII fordert durch Kardinal Alojzije Viktor Stepinac unter Präsident Pavelic die „Endlösung“ von Serben, Roma und Juden auszuführen, im Genozid der RKK Morde ist für Papst Pius XII das „Wirken der göttlichen Hand“ erkennbar.

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