Muslimisches Forum: Christlich-konservativ oder muslimisch-liberal?


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Gemeinsam mit einigen Islamkritikern haben sich liberale Muslime in einem „Muslimischen Forum“ zusammengeschlossen. Dahinter steckt die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU


Von Fabian Köhler|TELEPOLIS

Ja, er könne einige Kritikpunkte nachvollziehen. „Der mediale Auftritt kam sicherlich etwas zu früh“, sagt Abdul-Ahmad Rashid, als er am Flughafen schnell noch ein Telefoninterview erledigt. Auch dafür, dass „die Islamverbände jetzt sensibel reagieren“, habe er Verständnis. Rashid ist Redakteur beim „Forum am Freitag“, die muslimische Version des „Wort zum Sonntag“, die das ZDF in seinem Online-Angebot ausstrahlt. Er kennt sich aus mit Kontroversen um Muslime in Deutschland. Doch nun ist er zum ersten Mal selbst Teil von einer.

Abdul-Ahmad Rashid ist einer der Mitbegründer des „Muslimischen Forums Deutschland“. Als er und 15 andere die Gründungserklärung am 14. April unterzeichneten, wurde Rashid zum kommissarischen Sprecher ernannt. Und deshalb ist er es nun, der auf die kritische Fragen von Journalistenkollegen Antworten finden muss. Dabei liest sich die Pressemitteilung, die am 22. April über die Gründung des Forums informierte, recht unverfänglich: Von Bürgern, die „in Deutschland aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Verteidigung der Menschenrechte mitwirken“ wollen, ist dort die Rede. Vom klaren „Bekenntnis zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Doch für die Kritiker ist das Problem nicht der Inhalt der Mitteilung, sondern ihr Absender: die Konrad Adenauer Stiftung der CDU (KAS). Sie hat die Gründung des „Muslimischen Forums“ initiiert.

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