Splatterritual: Karl I. selig, gestückelt


Kaiser Karl I. von Österreich, König Karl IV. von Ungarn (1917). Bild: wikimedia.org/PD
Im Österreichischen Hospiz in Jerusalem kommt es zu Christ Himmelfahrt zu einem besonderen Ereignis: Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Sekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., deponiert eine Reliquie des Seligen Kaisers Karl in der Kapelle des Hospizes. Die Feier der Reliquieneinsetzung, zu der zahlreiche Vertreter des Hauses Habsburg-Lothringen erwartet werden, beginnt um 17 Uhr. Das Reliquiar, das einen Knochenpartikel des Seligen Karl enthält, wurde von Gabriela Habsburg-Lothringen gestaltet, die einen Lehrstuhl an der Staatlichen Akademie der Künste Tiflis (Georgien) innehat.


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„Kaiser Karl war zu seinen Tagen eine Wallfahrt nach Jerusalem durch die Wirren des Ersten Weltkrieges verunmöglicht. Im zehnten Jahr seiner Seligsprechung kommt seine Familie diesem einst gehegten Wunsch in Form einer Reliquieneinsetzung in der Kapelle des Österreichischen Hospizes in Jerusalem nach“, heißt es in einer Aussendung des Hospizes. Erzbischof Gänswein, der der Feier vorsteht, war mit Otto von Habsburg befreundet.

Wie es in der Hospiz-Aussendung weiter heißt, hätten die Habsburger-Kaiser durch viele Jahrhunderte hindurch den Titel eines „Königs von Jerusalem“ geführt. Zu keinem Zeitpunkt sei damit reale politische Macht verknüpft gewesen, für die österreichischen Kaiser sei dieser Titel vor allem von symbolischer Bedeutung gewesen, „für Kaiser Karl sollte er zudem eine spirituelle Dimension entfalten“.

Das Hospiz im Heiligen Land wolle im Gedenken an Kaiser Karl „den Unterschieden der auseinanderdriftenden Nationen die gemeinsame Gotteskindschaft aller vorordnen“. So sei der Ort dieser Reliquieneinsetzung bewusst und gut gewählt: „In Tagen, in denen immer noch um Jerusalem gestritten wird und auch Europas Völker in den Herausforderungen unserer Zeit einen mächtigen Fürsprecher im Himmel brauchen können.“

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