Das Internet – christlich verklärt


Die Welt des Internets: Auf der Re:publica ist jeder online Foto: Re:publica| Jan Zappner | CC BY 2.0
Kreativität ist heute im Internet zu Hause. Doch Jugendschützer und auch viele Christen warnen vor den Gefahren neuer Onlinemedien. Die einzige sinnvolle Antwort darauf lautet: Mehr Netz für alle!


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

Eine Woche ist es her, da tagten in Berlin all die Netzjunkies, die Nerds, die Blogger, die Technikaffinen, die Twitterer und Facebooker und die künftigen Apple-Watch-Besitzer, kurz: Es war Re:publica. Wohlfühlen kann sich hier eigentlich jeder – es sei denn, er ist Internetskeptiker. Denn wer die Rede hier auf den umstrittetenen Terminus Internetsucht bringt oder gar erklärt, noch nie einen Tweet abgesetzt zu haben, wird wahlweise ungläubig angeschaut oder belehrt. Dafür ist das Treffen der Netzgemeinde eines der Kreativsten der Republik. Nichts in Deutschland ist derzeit innovativer als die Internetcommunity.

Am Mittwoch zeigte die Hauptstadt, was sie kann: Kontraste schaffen. Denn nur wenige Tage nach dem Ende der Re:publica luden Jugendschützer zur Vorstellung eines Jahresberichts ein, der sich mit den Gefahren der Netzwelt auseinandersetzt. Der ergab: Kinder und Jugendliche, die das Internet nutzen, sind gefährdet. Sie werden in Foren und Chats dazu animiert, sich selbst zu verletzten, schon Neunjährige planen dort den gemeinschaftlichen Suizid. Das will so gar nicht zum Netzglamour der Re:publicaner passen. Aber nur auf den ersten Blick.

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