Philologie: Die Arbeit der historischen Textkritik


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Ob etwas Geschichte oder eine Geschichte ist, ist, wenn es sich um die Bibel handelt, nicht mehr einfach eine Frage der Philologie. Der evangelische Theologe Gerd Lüdemann im Interview.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Der evangelische Theologe Notger Slenczka, Inhaber des Dogmatik-Lehrstuhls an der Berliner Humboldt-Universität, fordert, die Bücher des Alten Testaments nicht länger als Teil des christlichen Kanons zu betrachten. In seinem im Internet zugänglichen Aufsatz „Die Kirche und das Alte Testament“ schreibt er: „Wenn jemand ernsthaft die Texte des Alten Testamentes in ihrer Gänze liest und überschaut, wird er oder sie sich nur in engen Grenzen dazu imstande sehen, sie als Ausdruck des Gottesverhältnisses zu lesen und zu verstehen, das sein christlich-religiöses Bewusstsein ausspricht und das er in den Texten des Neuen Testamentes wiedererkennen und begründet sehen kann.“

Wir fragen Gerd Lüdemann, den langjährigen Göttinger Professor für Neues Testament, einen radikalen Zweifler an der Authentizität der Texte des Neuen Testaments, nach seiner Einschätzung des Alten Testaments. Lüdemanns 2006 erstmals erschienenes Buch „Altes Testament und christliche Kirche – Versuch der Aufklärung“ (Verlag zu Klampen) erschien vergangenes Jahr in einer zweiten Auflage.

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