Rundfunkbeitrag: Komisch, wo all die Milliarden herkommen


© Picture-Alliance Unabsichtlich Milliarden kassieren? Die Öffentlich-Rechtlichen verdienen durch den Rundfunkbeitrag deutlich mehr als geplant.
Wussten ARD und ZDF nicht, wie sehr der neue Rundfunkbeitrag ihnen den Säckel füllt? Wir werfen einen Blick auf die Finanzplanung. Und siehe da: Der Geldsegen hat sich abgezeichnet.


Von Michael Hanfeld|Frankfurter Allgemeine

Das konnte niemand wissen, das hat niemand geahnt: Fragt man nach den Mehreinnahmen, die ARD und ZDF durch den Rundfunkbeitrag haben, der seit dem 1. Januar 2013 gilt, geben sich Vertreter der Anstalten wie Medienpolitiker gern unbescholten und erwecken den Anschein, so sei es gar nicht gewollt gewesen – dass die Öffentlich-Rechtlichen innerhalb einer Gebührenperiode von vier Jahren rund 1,5 Milliarden Euro mehr kassieren als gedacht.

„Aufkommensneutral“ sollte es sein, also ARD, ZDF und Deutschlandradio den Bestand von rund 7,5 Milliarden Euro pro Jahr sichern – nur aus der Gebühr, die Werbeeinnahmen kommen noch hinzu. Doch dann kam der große Meldedatenabgleich – die größte Vorratsdatenspeicherung der deutschen Geschichte, gegen die sich kaum Protest regte -, und siehe da: Die Zahl der Beitragszahler wuchs exorbitant. 3,6 Millionen neue Beitragskonten wurden eröffnet, wie es der SWR-Justitiar Hermann Eicher an dieser Stelle (F.A.Z. vom 7. Mai) beschrieben hat.

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