Schon Kinder chatten über Suizid


Ritzen, Selbstverbrennung, Suizid: Das alles glorifizieren Jugendliche im Netz, warnen Jugendschützer (Symbolbild) Foto: Syda Productions| Fotolia
Kinder werden im Internet zur Selbstverletzung bis hin zum Suizid animiert. Davor warnte am Mittwoch die Organisation Jugendschutz.net und rief Eltern und Politik zum Handeln auf.


pro Medienmagazin

Ritzen, Selbstverbrennungen und sogar Suizid sind Themen in zahlreichen Internetforen, Chats und Sozialen Netzwerken. Minderjährige werden dort zu gefährlichen Aktionen wie dem Schnupfen von Backpulver oder dem Anzünden von Körperteilen animiert. Auch Aufrufe zu Hungeraktionen sowie die Verherrlichung von Essstörungen finden sich im Netz. Das legt der aktuelle Jahresbericht von Jugendschutz.net offen.

Der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Siegfried Schneider, sprach bei der Vorstellung in Berlin von Internetseiten, die zur Selbstverletzung aufriefen und auf denen sich oft minderjährige Nutzer durch Wettbewerbe dazu animierten. „Mutproben wie das sich selbst Anzünden“, habe Jugendschutz.net ebenso entdeckt, wie sogenannte Suizidforen, in denen sich schon 9- bis 10-Jährige bewegten und Partner für gemeinsame Selbsttötungen suchten.

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1 Comment

  1. Zum Einen ist es erschreckend, dass Eltern offenbar keine Kontrolle darüber haben, was sich ihre Kinder im Internet anschauen. Zum Anderen ist es ebenso erschreckend, dass Kinder schon (auch) im vorpubertären Alter offenbar keine hinreichende Freude mehr am Leben haben.

    Inwieweit der Leistungsdruck der „Hubschrauber-Eltern“ aber auch der der Gesellschaft (oder sollte man nicht besser ‚der entfesselte Wirtschaft‘ sagen) da einen Anteil haben, müsste mal ergebnisoffen untersucht werden. Meine Kindheit hatte etwas von „into the great white open“ (im Sinne von ‚alles ist möglich‘) und so wurde es in weiten Teilen auch. Heute lernen die Kinder von Beginn an, sich sozialdarwinistisch (= missbräuchliche Anwendung von Darwins Forschungsergebnissen auf soziale Umgangsformen) zu verhalten. Jeder ist sich selbst der Nächste, Ayn Rand mit der Muttermilch.

    Und wenn dann noch die Indoktrination mit dem herrlichen, paradischen „Leben nach dem Tod“ hinzu kommt, wundert mich diese Todessehnsucht nicht mehr sehr.

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