Frankreich: Bürgermeister fordert Islamverbot


Ein französischer Polizist steht vor einer Moschee in Paris. ©DPA
Ein Bürgermeister in Frankreich hat gefordert, den Islam in seinem Land zu verbieten. Außerdem müsse die Verfassung geändert und die Trennung von Staat und Religion aufgehoben werden. Das brachte ihm ein Parteiausschlussverfahren ein.


Von Michaela Wiegel|Frankfurter Allgemeine

Ein UMP-Bürgermeister in Südfrankreich hat ein Islamverbot für sein Land gefordert. Jetzt droht Robert Chardon, der dem 8000-Einwohner-Ort Venelles bei Aix-en-Provence vorsteht, ein Parteiausschluss. Die stellvertretende UMP-Vorsitzende Nathalie Kosciusko-Morizet kündigte am Freitag an, sie habe ein Ausschlussverfahren gegen Chardon wegen „absurder Forderungen, die in keiner Weise den Werten und dem Programm der UMP entsprechen“ eingeleitet.

Bürgermeister Chardon hatte sich an einem „Twitter-Chat“ mit dem UMP-Vorsitzenden Nicolas Sarkozy beteiligt und für ein Islamverbot plädiert. „Wer den muslimischen Glauben praktiziert, muss sofort an die Grenze zurückgebracht und ausgewiesen werden“, schlug Chardon vor. Die französische Verfassung müsse geändert und die seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat aufgehoben werden. „Die Republik sollte den christlichen Glauben fördern“, verlangte der Bürgermeister.

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