Femen-Aussteigerin: CDU-organisierter Tittenprotest?


hailmaryDie Mitbegründerin von Femen Deutschland, Zana Ramadani, verließ im Januar die Organisation. Für Frauenrechte kämpft sie nun in der CDU. Persönliche Erfahrungen haben sie zu einer scharfen Islamkritikerin werden lassen


Interview mit Zana Ramadani|Cicero

Cicero: Frau Ramadani, Sie haben Schwierigkeiten gehabt, einen Job zu finden, weil viele Arbeitgeber Ihr früheres Femen-Engagement nicht gutheißen. Haben Sie es jemals bereut?
Ramadani: Nein, bereuen tue ich nichts. Denn es war zum damaligen Zeitpunkt das, was ich für richtig hielt. Man entwickelt sich natürlich aus diesen Protestformen heraus. Und ich würde jetzt mit meinem Wissen vielleicht einiges professioneller machen und mir vieles auch nicht zu nahe kommen lassen. Aber letztendlich würde ich es schon wieder genauso tun.

Wie sieht Ihre derzeitige politische Arbeit aus?
Ich habe mich anderen Organisationen angeschlossen, die auch Themen bearbeiten wie Frauen- und Menschenrechte. Ansonsten bin ich einmal die Woche in Flüchtlingsheimen in Berlin und übersetze. Und es geht jetzt wieder in die Parteipolitik der CDU.

Waren Sie während der ganzen Zeit bei Femen CDU-Mitglied?
Ja, ich war es immer und werde es auch bleiben. Außer, sie strengen irgendwann mal ein Parteiausschlussverfahren gegen mich an. Aus der Jungen Union bin ich aber rausgewachsen. Da sage ich: „Werdet erstmal erwachsen, Jungs!“ Schaut man sich die Facebook-Seiten von manchen an, dann ist da viel Sexismus, Kinderkacke. Ich sehe meine Arbeit eher auf der parteipolitischen Ebene, zum Beispiel in der Frauenunion. Da geht man Themen an und beschimpft nicht nur die Männer. Es geht beim Feminismus nicht darum, dass wir jetzt die Weltherrschaft an uns reißen wollen, sondern um konkrete Themen wie die Frauenquote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern.

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