Universität Lüneburg: Affe und Adam – Evolutionsbiologie und Theologie


Dr. Celia Deane-Drummond, von der katholischen Universität University of Notre Dame (Indiana/USA). Bild: leuphana.de
Lässt sich in Anbetracht von Evolution sinnvoll vom Garten Eden und Sündenfall sprechen? Die Biologin und Theologin Prof. Dr. Celia Deane-Drummond von der University of Notre Dame (Indiana/USA), die unter anderem die Europäische Bischofskonferenz berät, geht in ihrer Forschung dieser Frage nach und hielt am 13. Mai an der Leuphana einen Gastvortrag zum Thema „In Adam all die? Questions at the boundary of niche construction, community evolution and original sin”.


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Die Geschichte von Adam und Eva ist jedem bekannt: Über ihre religiöse Bedeutung hinaus ist sie Teil unseres kollektiven Gedächtnisses. Dass die Menschheit mit einem Pärchen begann, welches nackt und zufrieden in einem Garten lebt, dann etwas Dummes tut, die Schuld dafür einander („die Frau, die Du mir gegeben hast, war’s“) und der Natur („die Schlange war’s“) zuschiebt, aber nicht selbst eingesteht, den Garten verlassen muss und sich anschließend Kleidung anzieht, hat für uns immer noch eine narrative Plausibilität.

Evolution und Religion

Gleichzeitig wissen wir aber, dass es Evolution gibt, ein graduelles Anpassen und Verändern von Spezies. Deane-Drummond betont, dass die Evolution dem Menschen keine Sonderstellung gönnt: Der Homo Sapiens Sapiens ist nur einer in einer ganzen Reihe von Primaten, jemand der erst ganz zum Schluss dazu kam und über lange Zeit hinweg nur eine kleine Population neben seinen sehr viel zahlreicheren und körperlich besser ausgestatteten Verwandten stellte. Ganz offensichtlich passen diese beiden Diskurse nicht direkt zusammen. Dabei ist die Geschichte von Eden für das Christentum nicht bloß eine unter vielen, sondern eine zentrale, da es ohne Adam und den Sündenfalls keine Erlösung bräuchte. Umso wichtiger ist, dass die Theologie angeben kann, wie diese beiden Dinge zueinander passen: „Theology that wants to be relevant needs to follow science“ (Deane-Drummond).

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1 Comment

  1. Frau Celia Deane-Drummond, so saudämlich sind nur noch ganz wenige Menschen, in der BRD als RKK Kirchengänger deutlich unter 3%
    Für Religioten verlassen Adam und Eva das Paradies voll bekleidet, pflügen auf dem Bauernhof mit zahmen Ochsen und ernten Kulturpflanzen. Die Enkel leben bereits in gewebten Stoffzelten, spielen Flöte und Zither, bearbeiten Erze und Eisen, achten Gottes Gesetze (1 Moses), die sie als Analphabeten in der Bibel lesen.

    Mit dem Nakalipithecus-nakayamai verzweigen sich vor 9 Mio. Jahren die Primatenlinien, von denen nur Hominide, Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans überleben. Die Funde des Orrorin-Tugenensis, Ardipithecus-ramidus und Australopithecus-afarensis in Kaduumuu belegen vor 8 Mill. Jahren den aufrechten Gang. Der Australopithecus Sediba zeigt vor 1,9 Mill. Jahren Merkmale von Hominiden und Primaten als erste Übergangsform. In etwa 8 Mill. Jahren steigt das Gehirnvolumen der Hominiden von 300 cm³ auf 1400 cm³ mit Veränderungen im Sozialverhalten, Dauer der Jugend und dem Ich-Bewusstsein. Der vor 25.000 Jahren in Indonesien lebende Homo floresiensis hatte 430 cm³ Gehirnmasse. Papst Johannes Paul II negiert als all-wissender Popanz die Evolution: „Es genügt nicht, allein mit der Theorie der Evolution den Ursprung der Menschheit zu erklären“, was nie Teil der Evolutionstheorie war.

    Asien und Europa wird von wenigen Hominiden vor 2,8 Mill. Jahren aus Afrika kommend besiedelt. Die Dmanissi Hominiden (Homo Erectus) leben vor etwa 1,8 Mill. Jahren, ihr Gehirnvolumen beträgt nur 770 cm³, sie sind aufrecht gehend etwa 150 cm groß und nutzen Steinwerkzeuge. Ein „missling-link“ im Pleistozän ist der Schädel aus Danakil/Eritrea. Fossilien von 1,9 Mill. Jahren des Homo-Erectus als Ersten der Art existieren aus Kenia, Tansania, Äthiopien, Türkei, Marokko, Algerien (Ternifine), das Schädeldach OH9 aus Olduvai, vom Turkana-See usw. Die Gattung spaltet sich nach MtDNA Analysen vor 650.000 Jahren auf in Homo-Sapiens-Sapiens und Homo-Sapiens-Neanderthalenis mit 17 gesicherten Schädel Fossilien. Die Neandertaler sind Jagdnomaden, als Schutz gegen degenerative Inzucht werden die Frauen aus anderen Clans ausgewählt. Der Homo-Sapiens-Neanderthalenis nutzt bereits Werkzeuge und Schmuck als Kultur, in einer Warmzeit vor 125.000 Jahren jagen sie in Sibirien. Wir besitzen etwa 2-4% seiner Gene, der letzte Neandertaler stirbt vor 28.000 Jahren bei Gibraltar. Svante Pääno vom MPI entschlüsselt auch die DNA eines Denisova Homo Sapiens.

    Reale Frühmenschen leben im Mesolithikum Mill. Jahre als Jäger und Sammler in Höhlen, entwickeln erste Fellkleidung, erfinden Werkzeuge, Feuer, Keule, Steinmesser, Speer, Pfeil mit Bogen, Schleuder, Rad, Pflug, Keramik, Metallschmelzen, schaffen im Neolithikum Eigentum, Vorräte und Hackbau und erste domestizieren Wildtiere. In frühen Siedlungen entstehen viele Krankheiten durch Abfälle, Fäkalien und Mangel an Hygenie. Das Clanwesen durch Heirat innerhalb der Großfamilie ist zwar erfolgreich, die als Tay-Sachs-Syndrom vererbte Inzucht ist sehr schädlich mit Idiotie, Missbildungen und Totgeburten. .

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