Heiligenschein für Palästina


Statue von Marie-Alphonsine in Jerusalem. Foto: AFP
Der Papst spricht erstmals zwei arabische Nonnen heilig. Entsprechend groß ist die Aufregung unter den Christen in Nahost.


Von Inge Günther|Frankfurter Rundschau

Sie sei „überglücklich“, hat Hortense Nathleh, eine palästinensische Nonne aus Jerusalem, wenige Stunden vor ihrem Abflug nach Rom gesagt. Aber wie sie sich dort fühlen werde, „das übersteigt meine Vorstellungskraft“. Sie und ihre Glaubensschwestern schweben seit Tagen auf Wolken. Papst Franziskus will am Sonntag die Mutter ihres Rosenkranzordens, Marie-Alphonsine, sowie Schwester Mariam Bawardy aus dem Karmeliterorden in Bethlehem zu Heiligen erklären.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass arabische Christen heilig gesprochen werden. Mal abgesehen von den ersten Aposteln und einigen Frühchristen gehört zu den rund 900 von Rom anerkannten Heiligen nicht einer, der aus dem „Heiligen Land“ selber stammt. Entsprechend groß ist die Aufregung unter den Christen in Nahost. In den letzten Jahren sorgte eher ihre Verfolgung und brutale Unterdrückung durch militante Islamisten wie die vom IS für Schlagzeilen. Jetzt haben zumindest die arabischen Katholiken was zu feiern, Franziskus sei Dank. Dazu sind es noch zwei Palästinenserinnen aus dem 19. Jahrhundert, die in heilige Gefilde befördert werden.

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