Patriotische Verräter


„Der“ Kollaborateur: Vidkun Quisling, hier mit Heinrich Himmler, dem Reichsführer der SS. ©ULLSTEIN
In vielen Ländern Europas gab es Leute, die mit den Besatzern gemeinsame Sache machten. Nach dem Krieg wurde viele von ihnen zur Rechenschaft gezogen. Die Kollaboration und ihre Folgen bleiben ein dunkles Kapitel.


Von Peter Sturm|Frankfurter Allgemeine

Als Synonyme nennen die Wörterbücher harmlose Begriffe wie „Kooperation“ oder „Zusammenarbeit“. Aber wenn von „Kollaboration“ die Rede ist, verbindet man damit etwas weniger Harmloses: die Zusammenarbeit mit einem Feind gegen die Interessen des eigenen Landes. Mit genau diesem Phänomen hatten sich viele europäische Länder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auseinanderzusetzen. Es ging dabei gar nicht in erster Linie um die Ahndung von Kriegsverbrechen. Vielmehr mussten sich viele Länder nach der Befreiung von der Besatzungsherrschaft mit der unangenehmen Tatsache auseinandersetzen, dass Teile der eigenen Bevölkerung mit den Eroberern gemeinsame Sache gemacht hatten, dass die Legende des allumfassenden Widerstands gegen die Nazis genau das war: eine Legende.

Angesichts dessen erscheint es verständlich, dass Kollaborateure nach Kriegsende so gut wie nirgendwo auf Verständnis hoffen konnten. Erschwerend kam noch hinzu, dass das ganze Ausmaß der unter deutscher Herrschaft verübten Verbrechen erst nach Kriegsende bekannt wurde. Mit Verbrechern und Verlierern wollte sich aber niemand mehr identifizieren.

weiterlesen

1 Comment

  1. Das mag für den politischen Bereich stimmen, die NSDAP Genossen als Priester und Pfarrer der beiden Amtskirchen haben unbehelligt weiter in Amt und Würden gewirkt.

    Der NSDAP Genosse und evangelische Bischof Mensing-Braun hat Hitler wie sein Vorgägnger als Ersatz-Jesus bejubelt,
    “In Hitler ist die Zeit erfüllt für das Deutsche Volk, denn durch Hitler ist Christus, Gott, der Helfer und Erlöser, unter uns mächtig geworden. Darum ist der Nationalsozialismus positives Christentum der Tat. Hitler ist jetzt der Weg des Geistes und Willens Gottes zur Christuskirche deutscher Nation

    Mensing-Braun hat „entjudete“ Kirchentexte wie das Neue Testament, Katechismus und Gesangbuch verfaßt, die offiziell bis in die 80er Jahre genutzt wurden. Er ward Präses der EKD und hat noch 1960 treu zu seinem Kumpel Adolf Eichmann gehalten, der hätte eine
    „grundanständige Gesinnung, ein gütiges Herz, große Hilfsbereitschaft, er wäre für ihn nicht vorstellbar, dass Eichmann je zu Grausamkeit oder verbrecherischen Handlungen fähig gewesen wäre“

    Die St.Raphael Organisation (Rattenlinie) des Vatikans hilft Kroations Präsident Pavelic 1945 mit Helfern und 300 Kilo Gold zur Flucht nach Argentinien, die später bei Franco in Spanien endet. Der SS Hauptmann Priebe ermordet 1944 in Ardeatine 336 Italiener, er und 300 weitere NAZI Verbrecher wie Eichman, Mengele, Stangl. Barbie, Rudel usw. fliehen per Rattenlinie nach Argentinien. Der Vatikan organisiert 1945-1951 durch Bischof Huda, Draganovic, Kardinal Caggiano und Barrere die Fluchten Hunderter NAZI Verbecher, besorgt gefälschte Papiere, bezahlt die Schiffsreisen nach Argentinien und hilft vor Ort bei der behördlichen Eingliederung.

    Die Öffentlichkeit, allen voran die 95% christlichen Gutmenschen der 3 Westsektoren, haben treu zu ihren vielen EX-NAZIs im Talar gehalten und dies Quisling-Verhalten durch Kirchenbeiträge und Spenden honoriert. Nicht umsonst nennen sich die Talarschwurbler „Hirten“, die ein dumme blöckende Herde (zahlungs)williger Schafe verführen

    Liken

Kommentare sind geschlossen.