Türkei: Ärger um Osmanen-Selfie


Da war die Welt in Amasya noch in Ordnung: Prinz (links) mit Verehrer. Foto: picture alliance / AP Photo
Eine Statue im türkischen Amasya sollte die Zeit der Osmanen mit der Moderne verbinden. Doch viele Erdogan-Anhänger fühlen sich von dem Prinzen mit Smartphone provoziert.


Von Frank Nordhausen|Frankfurter Rundschau

Darauf muss man erstmal kommen: ein osmanischer Prinz, der sein Schwert umfasst und mit einem Smartphone ein Selfie von sich knipst. Die türkische Schwarzmeerstadt Amasya, einstige Residenz der osmanischen Prinzen, ließ kürzlich solch eine lebensgroße Selfie-Statue am Flussufer errichten, um die glorreiche Vergangenheit mit der Zukunft symbolisch zu verbinden.

Im Nu wurde der Prinz mit dem Mobiltelefon zum Touristenmagnet. Besonders gern gesellten sich Jugendliche zum Turban-geschmückten „Shehzade“ aus dem 15. Jahrhundert und zückten ihr eigenes Smartphone zum Doppel-Selfie vor dem Hintergrund der Altstadt mit ihren osmanischen Holzhäusern. Auf Twitter und Facebook avancierten die Bilder zum Quotenhit.

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