Kritik an Todesurteil für Ägyptens Ex-Präsident Morsi


foto: reuters / mohamed abd el ghany Mohammed Morsi am Samstag bei der Urteilsverkündung in einem abgesicherten Gerichtssaal am Rande der Hauptstadt Kairo.
Ein Gericht in Kairo hat über Mohammed Morsi und 105 weitere Muslimbrüder die Todesstrafe für einen Gefängnisausbruch im Jahr 2011 verhängt.


Von Astrid Frefel|derStandard.at

Die internationale Kritik am Todesurteil für den ehemaligen ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Morsi ließ nicht lange auf sich warten: Nur wenige Stunden, nachdem er sowie weitere 105 Muslimbrüder durch den Vorsitzenden Richter Shabaan al-Shamy wegen eines Gefängnisausbruchs während der Revolution 2011 verurteilt worden waren, meldete sich am Sonntag das US-Außenministerium zu Wort: Massenprozesse wie jener in Kairo seien unvereinbar mit dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit und den internationalen Verpflichtungen Ägyptens, sagte ein Vertreter des State Department in Washington.

Auch der deutsche Außenminister Steinmeier äußerte sich in diesem Sinne: In Jordanien sagte er, die Todesstrafe sei „eine Form der Strafe, die wir kategorisch ablehnen“. Er erwarte, dass die ägyptische Justiz „nach Recht und Gesetz handelt – und nicht nach politischen Maßstäben“.

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