Rapper Shahin Najafi: Das gefährliche Lachen über den Islam


Der iranische Rapper Shahin Najafi auf einem Auftritt in Berlin. (imago / David Heerde)
Der im deutschen Exil lebende iranische Rapper Shahin Najafi gilt als Blasphemiker. Er hat religiöse Gefühle im Iran verletzt, so sehen es zumindest einige Gläubige dort. Deshalb ist sein Leben in Gefahr – und das seiner Fans auch.


Von Antje Stiebitz|Deutschlandradio Kultur

Auf der Hülle der CD ist die Hand Fatimas abgebildet. Im islamischen Volksglauben Nordafrikas und des Nahen Ostens gilt sie als Schutzsymbol. Doch diese Hand, messingfarben auf schwarzem Grund, streckt nicht alle fünf Finger in die Luft, sondern nur – den Mittelfinger. Die Botschaft:

„Das ist eine Antwort. Das ist nach drei Jahren eine Antwort, das heißt ich bin immer noch scharf, ich bin immer noch dabei und ich fahre noch. Sie können mich nicht einschüchtern, sie können mich nicht stoppen.“

Nach drei Jahren hat der iranische Musiker Shahin Najafi erneut ein Album herausgebracht, das religiöse Themen anfasst, sie dreht und wendet, mal spielerisch, mal ironisch, immer vielschichtig. Und dass, obwohl er bereits vor drei Jahren in seiner Heimat Hass auf sich zog. Damals sprachen iranische Rechtsgelehrte gleich viermal eine tödliche Fatwa gegen ihn aus. Seitdem wird der Sänger als Abtrünniger angesehen und der Mord an ihm gilt als legitimiert.

Anfang Mai erscheint seine neue CD und es dauert nicht lange und Shahriyar Ahadi, der Freund und Manager Shahin Najafis, findet in seinem E-Mail-Account Morddrohungen aus dem Iran. Sie erinnern an die vor drei Jahren ausgesprochenen Fatwas und bieten demjenigen, der Shahin Najafi umbringt viel Geld. Neu ist, dass sich der Zorn nicht nur auf den Musiker richtet, sondern auch auf seine Fans. So heißt es in einer der Mails:

„Diesmal werden wir keine Ausreden akzeptieren und wir können auch niemanden verschonen. Nicht diesen Blasphemiker, nicht den Ticketverkäufer seiner Konzerte, nicht seinen Organisator, und auch nicht den Besucher seiner Konzerte und seine Fans im Internet.“

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