Abraham und die religiöse Urgeschichte über das Menschenopfer


Rembrandt: Der Engel verhindert die Opferung Isaaks, Eremitage. Bild: wikimedia.org/PD
Abgründige Filme sind die Spezialität von Peter Greenaway. Nun hat der britische Regisseur in Berlin eine Ausstellung über Abraham kuratiert – die religiöse Urgeschichte über das Menschenopfer begreift er als emotionales Drama.


Von Ingeborg Wiensowski|SpON

Abraham wollte gehorsam sein, und seinen Sohn Isaak opfern, weil Gott es befahl. So steht es im Alten Testament, 1. Buch Mose, 22: „Gott sprach: Nimm Deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak…und bring ihn dort als Brandopfer dar.“ Doch im letzten Moment schickte Gott einen Widder und akzeptierte das Tier als Opfer.

Diese spektakuläre Geschichte ist nun Thema einer Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin, die am Donnerstag eröffnet wird. „Gehorsam. Eine Installation in 15 Räumen von Saskia Boddeke und Peter Greenaway„. Wer den Namen Peter Greenaway hört, denkt weniger an die Bibel als an ganz großes Kino mit grotesken und mysteriösen Geschichten zu Themen wie Herrschaft, Unterwerfung und Ohnmacht, Sex, Spiele und Tod mit Filmtiteln wie „Der Kontrakt des Zeichners“, „Der Bauch des Architekten“ oder Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“. Der britische Regisseur Greenaway war Kult, das allerdings in den achtziger Jahren.

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