Flüchtlinge: „Ein Mal Oranienplatz reicht


Der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte kümmert sich seit seit neun Monaten um 120 Flüchtlinge. Das mittlerweile enorme Engagement war so nicht geplant – der Senat hatte längst eine Lösung versprochen. Seit Montag protestieren Flüchtlinge und Unterstützer in Berlin-Mitte und hoffen auf Hilfe.


Von Thomas Klatt|evangelisch.de

„Auf der anderen Straßenseite stehen sie hinter ihren Fenstern und beobachten, was hier geschieht“, verrät ein Polizist den Demonstranten. Denn genau gegenüber vom Kirchengelände befindet sich die Senatsinnenverwaltung. Vielleicht schaut sogar Innensenator Olaf Henkel zu und liest ihre Plakate, wie dieses mit der Aufschrift: „Wir sind noch hier!“

Viele von ihnen kamen im September 2012 aus Würzburg. Dort hatten die Flüchtlinge ihren Protestmarsch auf die deutsche Hauptstadt begonnen. Immer mehr schlossen sich ihnen an, bis es Hunderte wurden. 120 von ihnen fordern heute, wie damals, eine Reform des Asylrechts, die Aufhebung der so genannten Residenzpflicht etwa. Die Flüchtlinge wollen etwas tun und arbeiten dürfen, anstatt nur untätig warten zu müssen. Daher kritisieren sie auch die als zu lang empfundene Bearbeitungszeit der Asylanträge. Die meisten Protestler sind Afrikaner. Sie kommen aus dem Tschad, Niger und anderen Subsahara-Staaten. Sie sind schon vor Jahren über das Mittelmeer und Italien nach Deutschland gelangt. Sie sind die landesweit bekannt gewordenen Besetzer des Oranienplatzes in Berlin-Kreuzberg.

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