Theologe: Loyalität zum Arbeitgeber ist keine Frage des Glaubens


Bild: fis-kirchenrecht.de
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Die Lockerung des katholischen Arbeitsrechts geht dem evangelischen Theologen und Diakoniemanager Dierk Starnitzke nicht weit genug.


evangelisch.de

Nach einem Beschluss der Bischöfe von Ende April sollen das Bekenntnis zu einer homosexuellen Beziehung oder die Wiederheirat nach einer Scheidung künftig nicht mehr automatisch zu einer Entlassung führen. Kirchliche Arbeitgeber sollen nun stets den Einzelfall prüfen. Starnitzke, der im westfälischen Bad Oeynhausen eine große evangelische Behinderteneinrichtung leitet, hält dies jedoch für kaum praktikabel. Auch der evangelischen Kirche empfiehlt er eine Reform ihrer Loyalitätsrichtlinie, die die Loyalitätsansprüche an die Beschäftigten neu festlegt.

Für Starnitzke ist die von den katholischen Bischöfen beschlossene Liberalisierung des Arbeitsrechts insoweit konsequent, als die Gesellschaft das Abstrafen bestimmter Lebensformen durch katholische Arbeitgeber kaum noch akzeptiere. Hinzu kommt laut Starnitzke, dass „sich daraus für viele der 650.000 Beschäftigten in der katholischen Kirche und ihrer Caritas eine enorme Spannung ergibt, die sowohl für die betroffenen Mitarbeitenden als auch für die zuständigen Leitungen manchmal kaum noch erträglich ist“. Die Mehrzahl der Bischöfe habe deshalb zurecht eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts für überfällig gehalten.