Ist Alzheimer eine Nebenwirkung unserer Intelligenz?


brain

Wir Menschen sind die einzige bekannte Art, die Alzheimer bekommt. Verantwortlich sind wohl Genveränderungen, die unsere Hirnleistung verbesserten – und uns zum Menschen machten.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Vor 50 000 bis 200 000 Jahren sorgte die Evolution dafür, dass sich sechs Gene veränderten, die stark an der Entwicklung unseres Gehirns beteiligt sind. Sie führten wahrscheinlich dazu, dass sich unsere Neurone besser miteinander verknüpften und ein ausgeprägtes neuronales Netzwerk entstand, das letztlich Homo sapiens intellektuell über seine Hominidenvorfahren hob. Doch diese Entwicklung hatte womöglich einen Preis, meinen der Populationsgenetiker Kun Tang von den Shanghai Institutes for Biological Sciences und seine Kollegen nach einer umfangreichen Genomstudie. Denn die gleichen Gene sind auch mit daran beteiligt, dass sich Alzheimer im menschlichen Denkapparat ausbilden kann – eine neurodegenerative Erkrankung, die einzig uns Menschen trifft, aber beispielsweise nicht bei unserem nächsten Verwandten, dem Schimpansen, auftritt. Tang und Co untersuchten dazu 90 Genome von Menschen mit afrikanischen, asiatischen und europäischen Wurzeln nach bestimmten Genmustern, die durch natürliche Auslese und veränderliche Bevölkerungsgrößen verursacht werden, wie „Nature“ berichtet.

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1 Comment

  1. Ich bin kein Mediziner oder Neurologe. wir haben die Auswirkung der Erkrankung 5 Jahre im Haus mitgemacht bzw. erlitten

    Dispute mit den intoleranten Religioten sind nutzlos wie mit Dementen oder Alzheimer Kranken zu argumentieren, sie können oder dürfen das Thema nicht verstehen Die neurodegenerative Erkrankung macht einst friedliche Menschen aggressiv und total rücksichtslos, sie prügeln auf Dritte ein, mauern Nachbarn Türen und Fenster zu, erschießen Nachbarn weil der Rasenmäher zu laut ist, verbreiten erfundene Gerüchte, blockieren Gerichte mit nutzlosen Klagen, rufen zur Vernichtung von „Unwürdiger“ auf, schlagen Familienmitgliedern ihre Stahlkrücke auf den Kopf usw. Nach ersten leichten Gehirnausfällen sind Demente in wenigen Jahren nicht mehr gesellschaftsfähig, ein geschlossenes Heim ist die letzte Station zum Tod. Dort werden sie mit Neuroleptika ruhig gestellt, wer die Medikamente nicht verträgt bekommt frische Pampers und wird zum Schutz Dritter an einen Stuhl gefesselt. Im Tagessraum des Heims sitzen Dutzende lebende Mumien und mit leerem Gesichtsausdruck und warten auf den Tod als Erlösung. Den Kirchen gilt das Dahinsiechen alter Menschen als „Altern in Würde“, die RKK nennt das Elend Sterbender eine unverzichtbare Solidarität mit dem Leid des allerliebsten Jesulein – Hallelujah.

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