Säkularisierung muss nicht sein


Foto: brightsblog
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Religion und Moderne passen nicht zusammen. Modernisierung führt unweigerlich dazu, dass die Bedeutung von Religion in einer Gesellschaft abnimmt. Das besagt die Säkularisierungstheorie. Doch ganz so einfach ist es nicht – sagt eine neue Studie.


Von Monika Konigorski|Deutschlandfunk

„Religionen müssten die Frage an sich stellen: Wo ist unser Mehrwert, sodass wir das vorhandene Angebot bereichern, ergänzen? Sonst bestünde die Möglichkeit, wie die Studie auch zeigt, dass Religionen zum Teil als Verlierer herauskommen und weniger attraktiv für Menschen werden“, sagt der islamische Theologe Mouhanad Khorchide bei der Vorstellung der neuen Studie.

Rückblick: Deutschland im Jahr 1945. Nach der Katastrophe des Nationalsozialismus und des Krieges sind die Kirchen voll. Sie bieten Hilfe in der Not, moralische Orientierung und weisen den politischen Weg.

Wenige Jahre später dann wendet sich das Blatt. Man ist nicht mehr angewiesen auf die Kirche. Die Not ist dem Wohlstand gewichen, die Sozialsysteme funktionieren. Die Kirche wird nun vor allem als autoritäre Institution gesehen, sie gilt als geldgierig und machtversessen. Seitdem sinkt von Jahr zu Jahr die Zahl der Kirchenmitglieder, nimmt die Bedeutung der Kirchen beständig ab.

Die Religionssoziologen haben dazu eine Theorie entwickelt, die sogenannte Säkularisierungstheorie. Die besagt, dass Religion und Moderne nicht zusammenpassen und Modernisierung unweigerlich dazu führt, dass die Bedeutung von Religion in einer Gesellschaft abnimmt, die Gesellschaft sich also säkularisiert.

Kritiker dieser Theorie verweisen auf Entwicklungen wie in Südkorea: Während sich das asiatische Land modernisiert, während Wohlstand und Bildungsniveau wachsen, gewinnt auch die Religion beständig an Bedeutung. Woche für Woche strömen Hunderttausende in riesige Gebetstempel.

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