Muslimische Konvertiten fühlen sich in Freikirchen wohler


Der Islamwissenschaftler Dr. Jörn Thielmann, Geschäftsführer des Erlanger Zentrums für Islam und Recht in Europa. Foto: PR
Muslime, die in Deutschland zum Christentum übertreten, fühlen sich in Freikirchen wohler als in Kirchengemeinden. Freikirchliche Gemeinden seien oft attraktiver, „weil sie in ihrer Religiosität verbindlicher sind“, sagte der Islamwissenschaftler Jörn Thielmann, Geschäftsführer des Erlanger Zentrums für Islam und Recht in Europa, der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).


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Thielmann weiter: „Diese Gemeinden sind fürsorglicher, kuscheliger und zeigen mehr Begeisterung für Neuzugänge.“ Auf diese Weise böten die Freikirchen den Migranten auch ein soziales Zuhause. Jedes Jahr lassen sich in Deutschland nach Schätzungen mehrere Hundert Muslime taufen. Genaue Angaben gibt es nicht, denn die Taufregister werden unter Verschluss gehalten. Thielmann: „Die großen Kirchen sind sehr zurückhaltend beim Thema Konvertiten, weil sie den Dialog mit dem Islam nicht gefährden wollen.“

Viele Muslime haben Angst vor Gott

Nach Ansicht des Islamwissenschaftlers fühlen sich Muslime grundsätzlich zum christlichen Glauben hingezogen, weil sie ihn als weniger einschränkend erleben: „Im Islam spielt die Angst in der Gottesbeziehung eine große Rolle.“ Besonders viele Konvertiten kämen aus dem Iran und Afghanistan, wo der Glaube sehr stark politisiert werde. Wer das ablehne, aber dennoch nach Religiosität sucht, komme oft schon im Heimatland mit der Bibel in Berührung und fliehe aus diesem Grund. Andere entwickelten erst in Deutschland Interesse für das Christentum.

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