USA haben Entstehung des Islamischen Staats bewusst nicht verhindert


Aus dem Geheimdienst-Papier geht hervor, dass alle anderen Geheimdienste der USA über die Vorgänge ebenso im Bild waren wie das Verteidigungsministerium. (Foto: Flickr/ Statuesque Obama by Steve Jurvetson CC BY 2.0)
Ein amerikanischer Geheimdienst-Bericht zeigt, dass der Westen bereits 2012 Anzeichen für das Entstehen eines Islamischen Staats hatte. Doch unternommen haben die Amerikaner nichts, im Gegenteil: Sie sahen in einem solchen Gebilde eine Chance, Syrien zu destabilisieren und Assad zu stürzen. Das Dokument gibt Zeugnis für eine komplett fehlgeleitete Politik, die der Grund für die Flüchtlingswelle nach Europa und die weltweite massive Beschränkung der Bürger- und Freiheitsrechte ist.


Deutsch Türkische Nachrichten

Im Sommer 2014 herrschte in der westlichen Öffentlichkeit großes Erstaunen: Aus dem Nichts war auf dem Territorium ein „Islamischer Staat“ (IS) entstanden. Niemand konnte sich wirklich erklären, wie eine schwer bewaffnete und gut ausgerüstete Truppe von radikalen Islamisten trotz Rundum-Beobachtung durch die zahlreichen Geheimdienste von einem Tag auf den anderen zur größten Bedrohung des Weltfriedens hatte werden können. Seitdem vergeht kein Tag, an dem nicht IS-Terroristen als Gefahr für Europa beschworen werden. Die Bürgerrechte in Europa und den USA wurden eingeschränkt, Muslime sind seither einem unerträglichen Generalverdacht ausgesetzt. Die Lage in Syrien wurde immer schlimmer, tausende Syrer flüchten seither nach Europa – wo ihnen Misstrauen und Ablehnung entgegenschlagen.

In der aktuellen Flüchtlingsdiskussion wird zwar gelegentlich angeregt, man möge über die Entstehung von Flüchtlingswellen nachdenken, und diese möglichst schon am Ort des Geschehens stoppen. Doch im Hinblick auf Syrien und Libyen bleiben die Anregungen allgemein und vage, wodurch der Eindruck entsteht, man könne im Grunde nichts machen – Krieg gäbe es überall und jederzeit. Die EU schickt Kriegsschiffe ins Mittelmeer, um trotz aller Warnungen von Menschenrechtsorganisationen die Flüchtlingsboote abzuschießen. Gleichzeitig weigern sich große europäische Staaten wie Großbritannien, Frankreich, Polen oder Spanien, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

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