Islam-Kritiker spricht vor vollem Haus


Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Warum der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zwischen Moslems und Islam unterscheidet und welche interessanten Thesen er bei seinem Vortrag im Überlinger Augustinum ausführte.


Von Sylvia Floetemeyer|Südkurier

Islamismus habe mit dem Islam sehr wohl etwas zu tun. Das führte der Politologe und Auto r Hamed Abdel-Samad in einem Vortrag aus, den er im Wohnstift Augustinum in Überlingen hielt. „Ich bin dafür, dass man zwischen Islam und Muslimen unterscheidet“, sagte Abdel-Samad im ausverkauften Theatersaal. „Muslime sind Teil Deutschlands und jeder, der sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, verdient Respekt und hat Rechte und Pflichten wie jeder andere.“ Hingegen hatte Abdel-Samad Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisierte, als sie nach den Pariser Anschlägen bekräftigte, der Islam gehöre zu Deutschland. Von solchen Aussagen profitierten nur Islamisten, denn sie sie seien ein Freibrief dafür, dass man weiter „unkritisch mit dem Koran umgehen“ könne. Dieser beinhalte Dinge wie Körperstrafen und mangelnde Frauenrechte, die zum Islam, aber nicht zu Deutschland gehörten. Auch die Todesstrafe für Abtrünnige gehört dazu, was Abdel-Samad selbst erlebt: Nach einem Vortrag in Ägypten, wo Abdel-Samad 1972 als Sohn eines Imams auf die Welt kam, riefen Islam-Gelehrte 2013 zu seiner Ermordung auf. Abdel-Samad hatte Islamismus mit Faschismus verglichen. Anhänger dieser Gelehrten verfolgen Abdel-Samad auch in Deutschland. Derzeit wohnt er im Ausland. Im Augustinum saßen zu seinem Schutz zwei Polizeibeamte in Zivil. Eigentlich hatte Augustinum-Kulturreferentin Olivia Schnepf, die den Auftritt gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee organisierte, auch die Autorin und SPD-Politikerin Lale Akgün eingeladen, die aber aufgrund des Bahnstreiks nicht anreisen konnte.

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