So begründet Peter Singer Tötung behinderter Babys


Foto: Wikipedia/Joel Travis Sage/ CC BY 3.0 Der australische Philosoph Peter Singer kämpft für die Rechte von Tieren. Hoch umstritten ist er, weil er die Tötung behinderter Säuglinge nicht zwangsläufig als „Unrecht“ betrachtet
Gegen eine Preisverleihung für den Tierrechtler Peter Singer heute in Berlin gibt es Widerstand. Ihm wird geistige Nähe zu Nazis attestiert. Seine Schriften zeigen: Der Vorwurf ist schwer zu halten.


Von Ulli Kulke|DIE WELT

Peter Singer könnte ein Star sein in der politisch korrekten Welt. Der australische Philosoph ist einer der weltweit bekanntesten Tierrechtler, der Affen auf eine Stufe mit Menschen stellt, Leib und Leben von beiden denselben Schutz zukommen lassen will. Singer spricht sich aber auch für die Aufnahme von viel mehr Flüchtlingen in den reichen Ländern aus, selbst wenn es dort für die Menschen dann ungemütlicher wird. Er plädiert für weniger Kino- oder Restaurantbesuche, um mehr an die Dritte Welt spenden zu können. Aus alldem fügt sich sein Gesamtkonzept des Utilitarismus – das Bemühen, den Nutzen für alle Lebewesen gleichzustellen und ihn zu mehren, ohne Unterschiede zwischen Ethnien, aber eben auch nicht zwischen Arten, zwischen Tier und Mensch.

So weit, so gut. Da sollte der Beifall eigentlich groß sein in der Szene, wenn der Philosoph an diesem Dienstag in der Berliner Wissenschaftsarena Urania einen Preis bekommt für sein Engagement, insbesondere für das „Great Ape Project“ (Projekt für große Affen), das unter dem Motto „Menschenrechte für Menschenaffen“ steht. Der Name der Auszeichnung: Peter-Singer-Preis, gestiftet vom Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e.V.

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