Astrophysikalischer Kreationismus


Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Der kanadische Astrophysiker und Theologe Hugh Ross (White Rock/Provinz British Columbia) hält den Streit von Christen über die Dauer der Schöpfung Gottes für überflüssig. Einerseits gibt es Christen, die den biblischen Bericht über die Erschaffung der Welt in sechs Tagen wörtlich so deuten, dass es sich um Tage von jeweils 24 Stunden gehandelt habe.


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Sie gelten als Vertreter einer „jungen Erde“. Andere – die Repräsentanten einer „alten Erde“ – verstehen unter den Tagen einen Zeitraum von unbestimmter Dauer, so dass die Schöpfung auch Tausende oder Millionen Jahren gedauert haben kann. Das würde mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft übereinstimmen. Ross vertritt unter anderem in seinem jetzt erweiterten Buch „A Matter of Days“ (Eine Sache von Tagen) die Ansicht, dass es zwischen der Bibel und der Naturwissenschaft keine Konflikte wegen des Alters des Universums geben müsse. Schon gar nicht sollten sich Christen wegen unterschiedlichen Auffassungen in dieser Frage gegenseitig den Glauben absprechen.

„Ein Tag“ kann vieles bedeuten

Ross ist überzeugt, dass die Bibel „wahre und vertrauenswürdige“ Berichte über die Schöpfung enthält. Das hebräische Wort für Tag könne aber unterschiedliche Bedeutungen haben: ein Teil des hellen Tages, der gesamte helle Tag, die Zeit von Abend zu Abend und eine nicht näher bestimmte lange, aber endliche Zeit.

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3 Comments

  1. Die Probleme der Schöpfungsgeschichte sind weniger die Dauer eines Tages, sondern eher die Reihenfolge was wann in den Märchen geschaffen wurde. Je länger der Tag gedauert haben soll, umso absurder wird der Quatsch. Wenn gar nichts zusammen paßt, dann schafft 1 versuchte Erklärung 2 neue Probleme

    Das Licht der Galaxien in 13,8 Milliarden Lichtjahren erreicht die Erde am 1.ten Schöpfungstag. Woher kam das biblische Licht (ohne Sonne), hat Gott einfach eine riesige Taschenlampe angemacht. Es ist eindeutig, man hatte früher nicht die Spur einer Idee was Licht eigentlich ist und wie es funktioniert. Viele Fundies lehnen die Exostenz des Lichts grundsätzlich ab, von dem Auge geht für sie eine Strahlung aus, in der man sehen kann.

    Mond und Planeten scheinen ohne Lichtquelle so hell wie die Sonne, die auch still steht. Abend, Morgen und die Vegetation existieren lange ohne eine Sonne. Licht und Schatten, Abend und Morgen sind Gegenpole wie Gut und Böse oder Hell und Dunkel – dabei sind beide physikalisch identisch mit anderen Mengen an Photonen.

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    1. Ich habe nur über Fakten geschrieben, schon ist es religiös „negativ“. Dazu fällt mir nur noch ein

      :“Was ein Theologe als wahr empfindet, das muss falsch sein: man hat daran beinahe ein Kriterium der Wahrheit.” (Friedrich Nietzsche, Der Antichrist 1894).

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  2. Herr Ross ist überzeugt, dass die Bibel „wahre und vertrauenswürdige“ Berichte über die „Schöpfung“ enthält. Schön. Eigentlich könnte man zwar der Meinung sein, die Bibel spiegele ganz wörtlich die – gemessen an heutigen Standards – ziemlich schlichte Gedankenwelt bronzezeitlicher, orientalischer Schaf- und Ziegenhirten-Gesellschaften wider. Aber sie ist ja von Gott inspiriert, wenn nicht diktiert. Deshalb gilt auch wohl der Gedanke nicht, dass diese Leute sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unter „Tag“ genau einen Tag vorgestellt haben.

    Man staunt ja dann doch über die Sorgfalt und Ausführlichkeit, mit der in der Bibel alles beschrieben wurde, beispielsweise der Big Bang durch „Es werde Licht, ich will das jetzt so“, und Bumm! schon ward Licht. Daran sollten sich heutige Kosmologen ein Beispiel nehmen. Nix da mit Multiversum, mit Tunneln, mit Branen, die zusamenstoßen, und dergleichen. Nein, ein feinabgestimmtes Bumm ist das, was man hinnehmen sollte. Einen „Astrophysiker“ wie Herrn Ross muss besonders beeindrucken, dass erst die Erde geschaffen wurde und dann die „Himmelkörper“, somit auch die Sonne, die Milchstraße, die anderen Galaxien usw. Sehr wahr und vertrauenswürdig. Man sollte das zum Anlass nehmen, die gegenwärtigen Theorien zur Entstehung von Galaxien und Planetensystemen zu überdenken. Aber sicher ist das alles vereinbar, wenn man nur bereit ist, 1=2 anzunehmen. Soviel sacrificium intellectus muss sein. Schön ist auch, dass das Licht schon vor der Sonne und den anderen Himmelkörpern da war, ich nehme an, damit ist die Kosmische Hintergrundstrahlung gemeint.

    Auch die Reihenfolge der Schöpfung der Lebewesen (erst die Vögel, dann die Landtiere usw.) spricht für enorme Einsicht in die Evolution. Wahr und vertrauenswürdig. Jedenfalls solange man sich nicht mit den Details aufhält. Es geht aber um das große Bild der kosmischen Seinsordnung, und da sehen wir auch in einem frischen oder alten göttlichen Kuhfladen die Abbildhaftigkeit und schnuppern voller Ehrfurcht überall die heilige Atmosphäre, die wir überallhin mit uns herumtragen, wenn die Argumente in die Hose gegangen sind.

    Weiter verrät, dass der Mensch aus Erde geformt wurde, eine tiefe Einsicht in die chemische Kontinuität von Organischem und Anorganischem, auch wenn noch ein Hauch dazukommen musste. Sicher kann man auch das Periodensystem der Elemente zahlensymbolisch irgendwo finden. Sinnig ist auch, wenn die Frau alternativ aus der Rippe des Mannes geformt wurde: Klonen und avancierte Gentechnologie mit Elimination des Y-Chromosoms und Verdopplung des X-Chromosoms, das geht also oder ging zumindest!

    Die kalte Fusion wurde in der Verwandlung von Wasser in Wein ebenfalls bereits vorausgesehen, die Allgemeine Relativitätstheorie mit ihrer Möglichkeit gekrümmter Räume bereits in der Behauptung, dass Pi=3 ist (weil in einem Raum positiver Krümmung der Umfang eines Kreises kleiner ist als Pi=3,14… mal Durchmesser) usw. Früher war die Welt eben kleiner, manche würden sagen: enger, als heute und daher mehr gekrümmt, das erklärt es. Die Realität massiver makroskopischer thermodynamischer Fluktuationen zeigt sich unzweifelhaft in Auferstehung und Himmelfahrt usw., und quantenmechanische Verschränkungen makroskopischer Dimension dürften sich im Wandeln über Wasser usw. erweisen; Details finden sich sicher beim genaueren Lesen, man muss nur die Vieldeutigkeit der Worte in Rechnung stellen, z.B. dass „Sinn“ auch „Unsinn“ heißen kann und „Maus“ auch „Nilpferd“.

    Eindrucksvoll, wie der Glaube die Intelligenz eines Menschen beflügeln kann, so dass sie in schönster Weise umher und davon flattert. Andere sagen zwar: Religion poisens everything, aber man muss sich bei dieser inhärenten Vieldeutigkeit nun wirklich nicht gegenseitig den Glauben absprechen. Ob ein Tag nun gleich 1 Tag oder 1 Mia. Jahre sind, das kann doch nur Gottesferne berühren; beides ist wahr, der Glaube richtet es schon. Darin zeigt sich sein enges Verhältnis zur wirklich wirklichen Wirklichkeit, das nur fanatischen Atheisten als frivole Leichtfertigkeit und phantastische Beliebigkeit erscheint. Wahrheit ist schließlich in der Tiefe Wahrheit des Glaubens. Wer glaubt, hat recht.

    Das Einzige, was ich mich immer wieder frage, trotz der allzu gut bekannten Selbstgewissheit Gläubiger: Ist denen eigentlich nichts zu peinlich?

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